Nun heißt das Treffen der Entscheider in der Stadtverwaltung Radolfzell, das sich mit der Eindämmung der Condora-Pandemie befasst, statt Verwaltungsstab wieder Krisenstab. Für Oberbürgermeister Martin Staab ist das höchstens eine Randbemerkung: „Krisenstab heißt es, weil es ja auch eine Krise ist.“ Wesentlich wichtiger ist für den OB bei einer Ortsbegehung am See etwas ganz anderes: „Die Menschen in dieser Stadt senden ein positives Zeichen der Solidarität und halten sich an die Regeln der Landesverordnung zur Eindämmung des Coronavirus.“

Ansprachen von Merkel und Kretschmann wirken

Das sei keine Selbstverständlichkeit, betonte Staab bei diesem Pressegespräch auf der Mole in Radolfzell. Zusammen mit Willi Streit, der als Leiter des Polizeireviers Mitglied des Krisenstabs ist, informierte der OB am Seeufer über den aktuellen Stand zur Corona-Krise in Radolfzell. Der Staat habe den Menschen zur Eindämmung des Virus enorme Belastungen und Einschränkungen zugemutet, sie würden erheblich in die Grundrechte eingreifen. Etwa die Schließung von Geschäften, das Versammlungsverbot und das Abstandsgebot. Doch die Ansprachen von Bundeskanzlerin Angela Merkel und des Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann hätten für viel Verständnis gesorgt, berichtete Staab.

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Dies bestätigte auch Willi Streit, der beim Pressegespräch den im Moment angemessenen Abstand von mindestens 1,50 Meter zum OB einhielt. Nachdem die Stadt den Skatepark im Herzengelände eingezäunt habe, sei an diesem Platz Ruhe eingekehrt. Dort sei es zuvor zu Strafanzeigen gekommen, weil ein paar Skater nicht einsehen wollten, dass die Anlage geschlossen sei. Insgesamt hätte es seit dem ersten Erlass der Corona-Verordnungen drei Strafanzeigen und wenige Bußgeldverfahren wegen einer Ordnungswidrigkeit gegeben. „Seit dem Wochenende merkt man, dass mehr Verständnis und mehr Vernunft vorhanden ist“, sagt Streit.

Austausch von Verwaltung und Polizei

Die Beamten in den Streifenwagen müssten über ihre Lautsprecher bestimmte Treffpunkte nicht „mehr so intensiv beschallen“. Die Polizei sei aber nach wie vor permanent auf Streife in der Stadt und auf der Höri unterwegs, um die Einhaltung der Corona-Verordnung zu überwachen. In der Stadt seien in diesen Streifendienst auch die Mitarbeiter des Gemeindevollzugsdienst einbezogen. Revierleiter Streit lobte die Zusammenarbeit mit dem Rathaus: „Wir sind in ständigem Austausch mit dem OB und dem Ordnungsamt.“

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Martin Staab wies noch einmal darauf hin, dass ein Verstoß gegen die Landesverordnung zur Eindämmung des Corona-Virus keine Lappalie sei: „Bei einem Fehlverhalten können Bußgelder bis zu 25 000 Euro oder mehrjährige Haftstrafen drohen.“ Dies gelte, wenn man absichtlich gegen die Regeln verstoße. Willi Streit ergänzte, dass die Streifen zuerst aufklärend eingreifen würden: „Nur bei Unverbesserlichen wird ein Verfahren eingeleitet.“

„Mitarbeiter leisten Immenses“

Ein großes Thema in der Stadt sei auch die gegenseitige Hilfe in dieser kontaktarmen Zeit. „Wir wollen alle Arten der Nachbarschaftshilfe unterstützen und zusammen mit Kirchen und Vereinen weiterkommen“, versprach der OB. In diesem Zusammenhang machte der Verwaltungs-Chef noch einmal klar, dass zwar der Zugang zum Rathaus erschwert sei, „aber wir sind für die Bürger da und erreichbar“. Am Bürgertelefon unter (0 77 32) 81 58 5 werden möglichst viele Mitarbeiter eingesetzt, um Anrufern weiterhelfen zu können. „Da muss ich auch einmal einen Dank an die Mitarbeiter in der Verwaltung sagen, die Immenses leisten und die Immenses leisten müssen“, betonte Staab. Ausdrücklich erwähnte der OB den Gemeindevollzugsdienst und die Technischen Betriebe: „Dem Grün ist das Coronavirus egal, das wächst trotzdem.“

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