Nicht immer sind Gemeinderat und Stadtverwaltung in Radolfzell eine gute Kombi. Doch beim Projekt "bezahlbarer Wohnraum und Anschlussunterbringung" haben das gesetzgebende und ausführende Organ der Stadt gezeigt, dass sie können, wenn sie wollen. Das Ergebnis mit 183 möglichen Wohnungen kann sich sehen lassen. Fast alle Standorte scheinen auf den ersten und zweiten Blick verträglich für alle zu sein. Natürlich sind Gemeinderat und Stadtverwaltung ein bisschen zu ihrem Glück gezwungen worden. Zu einer funktionierenden Demokratie gehört die außerparlamentarische Opposition dazu. Diesen Part hat sehr erfolgreich die Interessengemeinschaft Strandbadstraße übernommen, die sich stets sachlich und mit großer Offenheit für ihren Spielplatz eingebracht hat. Das Umdenken und Einlenken im Gemeinderat und in der Verwaltung hat zu einem neuen Lösungsansatz geführt: Mit bezahlbarem Wohnraum für viele ist auch das Thema Anschlussungerbringung besser vermittelbar und durch die Vorlage der Standortliste endlich für die Öffentlichkeit auch nachvollziehbar. Jetzt wartet die nächste Prüfung auf Gemeinderat und Stadtverwaltung: Sie müssen das Projekt noch umsetzen. Sonst wird aus der guten Kombi, eine schlechte Kombination. Die kann sich die Stadt in der Wohnungsfrage nicht leisten.

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