Fast könnten die Markelfinger Seifensieder einem leid tun. Die Fasnacht 2020 steht vor der Tür. Seifensieder-Präsident Thomas Böttinger verlas mit demütiger Mine das diesjährige Programm beim traditionellen Pressehock der Froschenzunft im Froschenstüble.

Seifensieder müssen erneut ohne Halle planen

Dieses sähe so ähnlich aus wie im Jahr zuvor, entschuldigte er sich fast bei den anwesenden Vertretern der anderen Ortsteil-Zünfte. Denn: Markelfingen hat noch immer keine Halle. Man müsse also wieder das Not-Programm fahren und auf gutes Wetter hoffen, damit man draußen feiern könne. Aber er zeigte sich hoffnungsvoll: „Die Stadt hat eine neue Halle auf Prio eins gesetzt. Wir hoffen also mit einer Umsetzung bis 2045“.

Die Lustigen Hannoken spielen beim Pressehock der Froschenzunft.
Die Lustigen Hannoken spielen beim Pressehock der Froschenzunft. | Bild: Schneider, Anna-Maria

Und so setzte sich das Wehklagen der Narren der Radolfzeller Ortsteile über die baulichen Voraussetzungen ihrer Orte und den Problemen der Fasnachtsplanung fort. Schoofwäscher-Zunftmeister Reinhard Sauter verfügt zwar über eine Halle, aber aktuell nicht mehr über ein Narrenbaumloch.

Stahringer vermissen ihr Narrenbaumloch

„Es liegt irgendwo auf der Baustelle für den neuen Dorfplatz. Wir wissen noch nicht, wo der Baum stehen wird, aber wir stellen ganz bestimmt einen“, sagte er. Sauter erhielt den freundlichen Hinweis, doch die Radolfzeller Stadtverwaltung nach Tipps für den Bau eines kostengünstigen Lochs zu erbitten.

Bild: Schneider, Anna-Maria

Doch weiter geht es in der Jammer-Runde: Der Präsident der Güttinger Schimmelreiter könne sich zwar über eine Halle und ein Narrenbaumloch freuen, aber mangelt es den Güttingern an einem Vereinsheim, in dem man feiern könne. Neidvoll blicke man auf die sonst so bemitleidenswerten Seifensieder aus Markelfingen, denn die hätten wenigsten den Rostigen Anker.

Böhringer haben scheinbar alles

Den Neid aller Zünfte ergatterten schließlich die Böhringer Bengelschießer. Diese verfügen über eine Halle, ein Vereinsheim und über ein Narrenbaumloch, wie Schriftführerin Alessa Mengele nicht ohne Stolz vortrug. Die Bengelschießer erwarten in diesem Jahr einige Jubiläen.

Das Dorf feiere seinen 777-jähriges Bestehen, die Hänsele den 50. Geburtstag. Und die Zunft werde in diesem Jahr 110 Jahre alt. Man wolle erst zum richtigen Jubiläum, den 111-jährigen Bestehen, feiern.

Ordensmeisterin Martina Maier (links) als Angler und Froschenpräsidentin Annette Wrzeszcz als Jäger Jupp über die Tücken der Jagd und den Umgang mit Frauen.
Zunftmeisterin Martina Maier (links) als Angler und Froschenpräsidentin Annette Wrzeszcz als Jäger Jupp über die Tücken der Jagd und den Umgang mit Frauen. | Bild: Schneider, Anna-Maria

In Liggeringen verkündete der stellvertretende Präsident Andreas Schnee, dass es in diesem Jahr kein Moofangerball geben würde. Stattdessen wolle man den Fasnachtssonntag den Kindern widmen mit einem Kinderumzug und anschließendem Kinderball in der Litzlehardthalle.

Mögginger begeistern die Kinder

Auch Burkhard Grob, Präsident des Narrenverein Welsbart in Möggingen, schwärmt vom Kinderball am Fasnachtsmontag. „Die Halle platzt aus allen Nähten“, beschreibt er den Zustand. Auch die anderen Zünfte freuten sich über die rege Teilnahem des Narrensamens an den Angeboten.

Ordensmeisterin Martina Maier als Angler Anton auf der Bühne.
Zunftmeisterin Martina Maier als Angler Anton auf der Bühne. | Bild: Schneider, Anna-Maria

Die Froschenzunft selbst hat wenig Änderungen im Programm. Die Froschensause im Narrenpalast ist auf den Rosenmontag geschoben worden. Am Fasnachtssonntag öffnet um 15 Uhr, also nach dem großen Umzug in Radolfzell, der Narrenpalast.

Am Ende darf es knallen

Die Schoofwäscher stellen ihren Umzug am Fasnachtssonntag unter dem Motto „Fasnet for Future“. Zur Fasnachts-Verbrennung soll es dann aber trotzdem ein Feuerwerk geben. Für eine Extra-Portion Feinstaub sorgen auch die Bengelschießer, der Narrenverein Welsbart und die Seifensieder. Nur die Moofanger verzichten, denn: „Wir sind so nah am Mond dran, wir wollen ihn nicht beschädigen“, sagte Andreas Schnee.

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