Radolfzell Die Froschenkapelle auf Tour: Blasmusik, Bier und gute Laune

Die Radolfzeller Froschenkapelle ist zurück von ihrer zehntägigen Europa-Tournee. Für alle war es ein einmaliges Erlebnis zwischen Biergärten, osteuropäischen Clubs und einem Festival-Auftritt, der Lust auf Mehr macht. Tobias Franz, musikalischer Leiter der Gruppe, und Marc Baumgartner, sein Stellvertreter, erzählen von der Tour.

Radolfzell – Es gibt viele Superlative, die die erste Europa-Tournee der Radolfzeller Froschenkapelle beschreiben könnten. "Überragend", "einmalig" und "sensationell" sind die Worte, die Tobias Franz, musikalischer Leiter der Gruppe, und Marc Baumgartner, Schriftführe und sein Stellvertreter, am häufigsten über die Lippen kommen. Zehn Tage, fünf Länder, 30 Musiker, 14 Auftritte – nicht alle davon angemeldet und genehmigt – gute 15 Stunden Blasmusik, ein kaputter Tour-Bus und unzählige Liter Bier sind die beeindruckende Statistik der Tour. Verluste habe es keine gegeben, niemand sei verloren gegangen und bis auf eine spontane Tätowierung seien auch alle unversehrt wieder in Radolfzell angekommen, berichtet Tobias Franz. "Wir sind durch die Tour enger zusammengewachsen, es gab nie Streit, keine Probleme, durch dun durch ein positives Erlebnis", schwärmt er. Besonders hervorheben möchte der musikalische Leiter die Professionalität seiner Musiker. "Gerade die Lautstärke war immer wieder Thema, aber alle haben bestens zusammengearbeitet und auf Ansagen gehört", lobt er.

Das einzige, das bei einer richtigen Tournee gefehlt habe, war ein demoliertes Hotelzimmer, wie es sich für echte Rockstars gehört. "Aber die Fernsehergeräte sind mittlerweile an der Wand befestigt. Die lassen sich nicht mehr so leicht aus dem Fenster werfen", sagt Marc Baumgartner. Dies ist natürlich nur als Scherz gemeint. Spaß stand trotz der gebuchten Auftritte bei allen im Vordergrund. Auch wenn manch Wirt ihnen dabei sehr kritisch auf die Finger schaute. Vor allem der Wirt des Münchner Hofbräuhauses, in dem die Froschen eines Nachmittags spielen sollten, wollte unter gar keinen Umständen laute Partymusik, keine typischen Wiesn-Hits und schon gar keine Stimmungsmusik der Fasnacht.

"Da mussten wir uns erst einmal rantasten und haben sehr leise gespielt", sagt Tobias Franz. Und seit diesem Auftritt gibt es für die Froschen eine neue Ansage, wenn es mal nicht so laut sein soll: Hofbräuhaus-Lautstärke.

Der eigentliche Aufhänger und ein Höhepunkt der Tournee war der Auftritt auf dem Brass Wiesn Festival im bayrischen Eching bei München. Als erste Band am Tag stand die Froschenkapelle auf der Bühne und präsentierte Blasmusik vom Bodensee. Die Brass Wiesn ist eins der größten Blasmusikfestivals Europas, und die Anfrage für kommendes Jahr ist schon ausgesprochen. "Noch steht unser Name ganz klein hinten auf den Festival-T-Shirts drauf. Wir wollen uns Stück für Stück hocharbeiten, bis wir ganz oben stehen", erzählt Baumgartner begeistert. Ein Erlebnis sei auch der Guerilla-Gig am Badesee des Festivals gewesen. Hier feierten fast 500 Festivalbesucher bei einem kleinen spontanen Platzkonzert mit den Froschen. Danach legten alle ihre Instrumente bei Seite und genossen die anderen Blasmusik-Bands, wie zum Beispiel Moop Mama.

Einen besonderen Eindruck hat bei den Musikern die ungarische Hauptstadt Budapest hinterlassen. Hier habe es allen am Besten gefallen, erzählt Tobias Franz. Auch der Auftritt in einem Kult-Klub der Stadt, Szimpla Kert, wird allen noch lange in Erinnerung bleiben. Der Raum sei so klein gewesen, die Bühne noch kleiner, sodass nicht alle drauf Platz hatten. Dennoch drängten sich immer mehr Leute in den Raum, es war heiß, stickig und furchtbar eng. "Aber ein tolles Erlebnis", schwärmt Marc Baumgartner. Der Auftritt sei von dem Clubbetreibern live auf Facebook übertragen worden. Mit über 90 000 Facebook-Fans des Lokals ist die Froschenkapelle ein weiteres Mal einem breiten, internationalen Publikum präsentiert worden.

Richtig laut durften die Froschen, anders als im Münchner Hofbräuhaus, in Prag sein. Im Cross Club, einer alternativen Diskothek im Viertel Holešovice, spielten sie im Innenhof und durften so laut sein, wie sie nur konnten. Zwei Stunden beschallte die Froschenkapelle das komplette Viertel. Viele Schaulustige von der Straße wurden durch ihre Musik angezogen, selbst Bauarbeiter der Baustelle gegenüber genehmigten sich ein Tänzchen.

Es war jedoch nicht immer voll, laut und wild bei den Konzerten. In Pilsen, im Biergarten der berühmten tschechischen Brauerei, spielten sie vor rund 20 Leuten. Obwohl sie für keinen ihrer Auftritte eine Gage bekommen haben – Bier und Essen mal ausgenommen – brachten die Musiker jedes Konzert höchst professionell über die Bühne – ob vor 20 oder 2000 Zuhörern. "Das muss man dann eher wie eine öffentliche Probe sehen", sagt Tobias Franz. Auch der Tourbus leistete gute Dienste, erst wenige hundert Meter vor dem letzten Spielort in Wien gab die Kupplung den Geist auf. Zum Abschluss ging es für die Meisten nach Mallorca, ohne die Instrumente. Der geplante Auftritt im Megapark war abgesagt worden, die Flüge waren jedoch schon gebucht gewesen. Doch die Froschenkapelle wusste die drei Tage auf der Insel bestens zu nutzen.

Kings of Frog'n'Roll-Tour

Ein fünfköpfiges Tour-Team hatte eineinhalb Jahre mit der Planung dieser Konzertreise zugebracht. Für jeden Mitfahrer der Froschenkapelle gab es ein kleines Handbüchlein mit allen Terminen, dem Zeitplan und Nützlichem, wie der Wechselkurs von Forint und Kronen, für die Aufenthalte in Ungarn und Tschechien. Die Froschen-Musiker legten mit dem Tourbus 1417 Kilometer zurück, mit dem Flugzeug waren es 2451 Kilometer. Dank der guten Organisation sei keiner der Teilnehmer je zu spät gewesen, loben Tobias Franz und Marc Baumgartner. Auf der Facebook-Seite der Musiker gibt es einige Bilder und Videos ihrer Tour.

Weitere Informationen im Internet:www.facebook.com/froschenkapelle/

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