Mit einem Oktoberfest Warmup ging die Saison des kulinarischen Abendmarktes zu Ende. "Es ist schön zu sehen, dass selbst eine Hitzewelle und Regenwetter dem Markt nichts anhaben können", freute sich Marina Gnierß von der Touristik- und Stadtmarketing GmbH bei ihrer Bilanz. Die Händler des Kunstmarktes spürten in der Urlaubszeit eine stärkere Kaufkraft durch Touristen und Urlauber, resümiert die Marktleiterin: Radolfzeller seien vornehmlich zum Feiern auf den Markt gekommen. Trotz des Andrangs war der friedliche und störungsfreie Charakter der Märkte beeindruckend.

Monika Jonietzek empfand jeden ihrer Besuche auf dem Abendmarkt als einen besonderen Genuss. Zum Oktoberfest Warmup kam die Nenzingerin passend gekleidet in einer modischen Tracht. Es stimmte sie traurig, dass die Besucher das Motto kaum wahrgenommen hatten. Als besonders schön blieb ihr der Abend in Erinnerung, als Besucherinnen im Petticoat auf der Straße Rock'n'Roll tanzten.

Der spanische Abend mit den Flamenco-Tänzerinnen des Studios Viento (von links): Ines Ende, Sigrid Tabertshofer, Kerstin Frohle sowie Lene Jarausch passte gut zu den hohen Temperaturen. Bild: Georg Lange
Der spanische Abend mit den Flamenco-Tänzerinnen des Studios Viento (von links): Ines Ende, Sigrid Tabertshofer, Kerstin Frohle sowie Lene Jarausch passte gut zu den hohen Temperaturen. | Bild: Georg Lange

Wohne man in der Altstadt, dann treibe es einen auf den Marktplatz, wenn man die Musik hört, wusste Sonja Uhl zu berichten. Die Spielwarenhändlerin wohnt in der Nähe zum Abendmarkt und hatte dort viele schöne Sommerabende erlebt. Uhl schätzt die Themenabende, bei denen sich die Gastronomen immer wieder etwas Neues einfallen ließen. Die Mischung aus Gastronomie und Kunstmarkt sei ausgewogen gewesen, so Uhl: Für jeden Gaumen und jedes Auge sei etwas da gewesen. Hans-Peter Saettele aus Allensbach ist fast schon ein Stammgast auf dem Abendmarkt. Er traf Freunde auf dem Markt und genoss das Essen und die feinen Getränke. Wenn das Wetter mitspiele, dann sei der Markt einfach gemütlich. Das Warmup mit den Schlossberg Musikanten empfand er als gesellig und passend zur Stimmung. Ein schöner Abend nach dem anderen, fasste er seine Erfahrung zusammen.

Klaus Riedel begrüßt beim Abendmarkt zum Thema Frankreich die Besucher zwar von oben herab, aber keineswegs herablassend. Bild: Georg Lange
Klaus Riedel begrüßt beim Abendmarkt zum Thema Frankreich die Besucher zwar von oben herab, aber keineswegs herablassend. | Bild: Georg Lange

"Dieses Jahr war super", sprudelte es aus Birgit Hotz heraus. Der Anklang ihres Foodtrucks bei den Besuchern habe ihr sehr gefallen. Das sei der Grund, weshalb sie seit Jahren den Markt beschicke und auch im nächsten Jahr mit dabei sein möchte. Gewürzhändler Immanuel Hinz war zum dritten Mal als Beschicker auf dem Markt. Jedes Jahr laufe es besser für ihn. Gezielt kämen Touristen an seinen Stand, die sich an den Händler vom letzten Urlaub erinnern. Der Markt sei perfekt und gut gemacht, so Hinz: Jeder seiner Verbesserungsvorschläge und Wünsche sei sofort umgesetzt worden, lobt er die Marktleitung.

Vital am See war ebenfalls ein Thema beim Abendmarkt. Hier zeigen Fitnessfachkräfte Übungen (v.l.): Beate Holzer, Ulrike Schatz, Sunny Kaufmann, Margit Marschall, Anna Maria Limberger, Ella Kaiser sowie Arbnora Behrami. Bild: Georg Lange
Vital am See war ebenfalls ein Thema beim Abendmarkt. Hier zeigen Fitnessfachkräfte Übungen (v.l.): Beate Holzer, Ulrike Schatz, Sunny Kaufmann, Margit Marschall, Anna Maria Limberger, Ella Kaiser sowie Arbnora Behrami. | Bild: Georg Lange

Auch Stefan Ludolph war zum dritten Mal auf dem Abendmarkt. Der Süßwarenhändler war mit seinem Standort am Rathaus sehr zufrieden. Ludolph stand mit seinem acht Meter langen Wagen in der Mitte zwischen den Konzertbühnen und wurde beidseitig von mal besseren und mal schlechteren Bands beschallt. Das Besondere am Markt sei die Öffnungszeit und dass er trotz Hitze sehr gut besucht werde – das sei auf anderen Märkten nicht der Fall. Die hohe Anzahl an Touristen falle ebenso auf.

Das Thema Mittelalter mit den Hegaurittern spricht beim Abendmarkt besonders die Kinder an. Bild: Georg Lange
Das Thema Mittelalter mit den Hegaurittern spricht beim Abendmarkt besonders die Kinder an. | Bild: Georg Lange

Hans Rebholz bot an seinem Stand Weine aus eigener Erzeugung an. Für den Liggeringer Winzer war der Markt durchwachsen. An den heißen Abenden im Juli war an seinem Stand weniger los als gewöhnlich. Bei der Hitze griffen die Gäste vor allem auf Mixgetränke zurück. Sie suchten leichte Getränke mit weniger Alkohol gegen den Durst. Ein Erfolg hängt nicht nur vom Wetter ab, sondern ebenso vom Standort auf dem Markt. Gäste entdeckten den Stand von Angela Jungmann am Ratoldusbrunnen, nachdem sie sich bereits mit Essen eingedeckt hatten. Erst als der Markt voller wurde und sich die Gäste auf den gesamten Markt verteilen mussten, drängten sich auch bei ihr die hungrigen Besucher.