Dietmar Baumgartner, der Stadtrat fürs Gemüt, seufzt, nein er stöhnt in der Sondersitzung des Gemeinderats laut auf: "Ich habe diese emotionalen Diskussionen satt." Man kann ihn verstehen. Der Ton ist rau. Auf der einen Seite empört sich Siegfried Lehmann über die "Ungeheuerlichkeiten" des OB. Auf der anderen Seite gefällt sich Martin Staab in der Rolle von Donald Trump und wirft Lehmann die Verbreitung von "Fake-News" vor. Die Verkehrsführung auf der Konstanzer Brücke hat Staab zur Machtfrage erklärt: Die Straßenverkehrsbehörde, also er, bestimmt, der Gemeinderat hat zu parieren.

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Selbst Stadtrat Norbert Lumbe, der zu vermitteln sucht, wo andere in Gräben springen, stellt fest: "Wir stehen vor einem Scherbenhaufen im Verhältnis OB und Gemeinderat." Baumgartner kandidiert erneut für den Gemeinderat. Die Aussicht besteht, er wird wiedergewählt. Auch andere, die gerne die scharfe Klinge führen, dürften wieder Stadtrat werden. Staab ist mindestens noch bis zur OB-Wahl 2021 Vorsitzender des Radolfzeller Kommunalparlaments. Für diese Prophezeiung braucht es keine Weitsicht: Es wird nicht die letzte Schlacht im Gemeinderat gewesen sein.