Zwei Wochen lang konnten Radolfzeller Senioren über 60 Jahre in einer Briefwahl Mitglieder für ein Gremium wählen, das ihre Interessen in der Stadtverwaltung und im Gemeinderat artikuliert.

Wahlbeteiligung von 27,5 Prozent

Für die Wahl des neuen Seniorenrates machten von 9402 Senioren nur 27,5 Prozent Gebrauch von ihrem aktiven Wahlrecht. Und aus der größten heimischen Bevölkerungsgruppe nahmen lediglich elf Bürger ihr passives Wahlrecht wahr und bewarben sich für einen Sitz im zwölfköpfigen Gremium.

Um das Gremium zahlenmäßig zu Füllen erhielten die wahlberechtigten Senioren die Möglichkeit, auf ihrem Stimmzettel weitere Senioren für einen Sitz im Rat vorzuschlagen. Die Wähler schlugen 93 wählbare Personen vor. Dabei ergatterte Gertraud Dautel den zwölften Ratssitz.

OB bedankt sich für Engagement

Im Rathaus verabschiedete Oberbürgermeister Martin Staab den alten Seniorenrat und konstituierte im Gemeinderatssaal den neuen. Staab bedankte sich dafür, dass der alte Seniorenrat sich Gedanken über die Stadt gemacht und zahlreiche Projekte hervorgebracht hatte.

Er habe ihn in all den Jahren konstruktiv, aber auch als kritische Stimme erlebt. Der Seniorenrat habe sich nicht nur für die Interessen der Senioren eingesetzt, sondern dabei auch die Belange jüngerer Menschen berücksichtigt.

Acht Senioren neu im Rat

Für den neuen Seniorenrat bewarben sich vier Mitglieder aus dem ehemaligen Rat, acht weitere Senioren wurden neu hinzu gewählt. Staab sprach dem neuen Rat Mut zu und forderte ihn auf, für seine Anliegen hartnäckig zu kämpfen. Es sei wichtig, dass der Rat einen wichtigen Beitrag für das Funktionieren einer Stadtgesellschaft leiste, zumal die Senioren deren größte Gruppe seien.

Auch bei der Planung neuer Stadt- und Wohngebiete durch die Stadt sei es wichtig darauf zu achten, dass diese seniorengerecht seien. OB Staab bot dem neuen Rat die Kooperation mit den in der Verwaltung beauftragten Personen für soziale Fragen als Ansprechpartner an. Für besonders große Probleme könne der Rat seine direkte Unterstützung erhalten.