Nach der Ausschreibung des Realisierungswettbewerbs für den Umbau des Strandbads ist die Stadt Radolfzell regelrecht überrollt worden. Die Bauverwaltung habe zehn Büros für den Wettberb gesetzt, „64 Interessenseinsendungen kamen nach der Veröffentlichung der Ausschreibung noch dazu“, berichtete Dezernatsleiter Thomas Nöken bei der Vorstellung der Preisträger und der Eröffnung der Wettbewerbsausstellung im Untergeschoss der Stadtbibliothek.

Über Losverfahren die Teilnehmer bestimmt

Diese Teilnehmerzahl hätte das Preisgericht überfordert. „Wir mussten losen“, sagte Nöken. Man habe die Teilnehmerzahl auf 25 begrenzt, 23 hätten abgegeben. Dabei wären Büros aus der Region, aus Stuttgart, aus Hamburg, Berlin und Leipzig. Und aus dieser Stadt kommt das Siegerbüro: Michael Schoener und Fabian Panzer haben mit ihrem Entwurf für das Strandbad das Preisgericht überzeugt.

Das Modell zum ersten Preis: Die Architekten betrachten das Strandbad-Gebäude „als erhaltenswerten Beleg einer fast 100 Jahre alten Bau- und Bädergeschichte“. Modelle und Pläne der Preisträger sind im Untergeschoss der Stadtbibliothek ausgestellt. Bild: SUP
Das Modell zum ersten Preis: Die Architekten betrachten das Strandbad-Gebäude „als erhaltenswerten Beleg einer fast 100 Jahre alten Bau- und Bädergeschichte“. Modelle und Pläne der Preisträger sind im Untergeschoss der Stadtbibliothek ausgestellt. Bild: SUP

„Sie haben in der Erweiterung des Bestands alle Funktionen für das Bad untergebracht“, lobte Nöken. Die Gastronomie werde in der Fortsetzung des Eingangsbereichs untergebracht, im nordwestlichen Seitenflügel soll die Pächterwohnung Platz finden. Die Idee ihres Entwurfs erläuterten die Preisträger selbst. Fabian Panzer sah es als Aufgabe, dem klassizistischen Gebäude „die Schwere zu nehmen“. Das soll mit dem Aufgreifen der bestehenden Holzbauweise und einer pavillonartigen Architektur erreicht werden, ergänzte Michael Schoener.

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Wie kommt es, dass ein Büro aus Leipzig an einem Wettbewerb in Radolfzell teilnimmt? „Ich komme ja eigentlich aus Tübingen„, sagt Fabian Panzer. „Ich kenne die Gegend.“ Und mit Benjamin Heller habe er einen Kollegen in Radolfzell, der sie unterstützt habe. „Wir haben zusammen in Zürich studiert.“ Die große Resonanz auf den Wettbewerb erklärt sich Panzer aus dem Sujet: „Die Bäderarchitektur steht für schöne Bauwerke, das ist mal etwas anderes als eine Kita oder ein Gemeindehaus.“

Die drei ersten Preise

Für den ersten Preis bekommt das Büro Schoener und Panzer 20 000 Euro zugesprochen, der zweite Preis und 15 000 Euro gehen an die Arbeitsgemeinschaft Bäuerle Lüttin, Konstanz und Planstatt Senner, Überlingen, der dritte Preis und 10 000 Euro an die Arbeitsgemeinschaft Kiefer Architekten (Radolfzell) und Brenn Landschaftsarchitektur (Hamburg).