Mahmoud „Willy“ El Asmar, Hauptperson der heutigen Folge unserer Reihe „Angekommen“, wurde 1974 im Libanon geboren. Er ist als zweitältestes von neun Kindern im Bürgerkrieg aufgewachsen. Die Schule habe er nur bis zur fünften Klasse besucht, weil sie wegen des Kriegs geschlossen wurde, erzählt er. Durch die ärmlichen Verhältnisse der Familie habe er früh mit dem Arbeiten begonnen. Ein Jahr habe er beim libanesischen Militär gedient. Danach habe er ein Jahr libanesische Soldaten in Selbstverteidigung und Kickboxing ausgebildet.

El Asmar erklärt: „Der Kampfsport war schon immer meine Leidenschaft. 2000 wurde ich Weltmeister.“ Für einen Kampf reiste der damals 27-Jährige nach Frankreich. Dadurch konnte er Europa kennenlernen: „Ich habe bemerkt, dass es hier ganz anders ist. Es ist sicher.“ Durch den Wettkampf habe er ein dreimonatiges Visum gehabt. Als dieses abgelaufen war, habe er einen Asylantrag in Deutschland gestellt.

Zusammenarbeit mit der Volkshochschule

Während der Zeit in der Unterkunft für Asylbewerber habe er seine spätere Frau kennengelernt, die er 2002 heiratete. Seinen zwei Kindern möchte er eine gute Bildung und Perspektive ermöglichen. El Asmar erzählt, er habe mehrere Jahre als Personenschützer gearbeitet und sei Security Manager für drei Diskotheken im Umkreis. Mittlerweile sei er mit seinem Krav Maga Studio (ein israelischer Kampfsport) selbstständig und unterrichte in Kooperation mit der Volkshochschule Selbstverteidigung.

Er will nie mehr zurück in den Libanon

Der Libanon habe unter Terrorismus zu leiden, beklagt El Asmar. Er kehre aus diesem Grund nie wieder zurück. „Dort wachsen viele Kinder ohne Bildung auf und das schon seit Generationen. Bis sich das Land vom Krieg und Terrorismus erholt hat, braucht es viele Jahre“, erklärt er. Bis auf einen Bruder lebe seine Familie immer noch im Libanon. Sein Fazit: „Ich habe hier mein Haus, meine Familie und mein Geschäft. Ich fühle mich als Deutscher.“

Die Serie: Zur Interkulturellen Woche erzählen Migranten, wie sie in Radolfzell ihre neue Heimat gefunden haben. Wir stellen einige von ihnen in der Reihe „Angekommen“ vor.