Vom Klavier aus gibt Jochen Stuppi Anweisungen an die über 20 Frauen und Männer, die sich in der Musikschule Radolfzell vor ihm versammelt haben. Der Leiter des Gemischten Chors Radolfzell weiß genau, was er hören oder eben nicht hören will. "An den Proben merkt man schon, dass der Auftritt näher kommt", sagt die Vorsitzende des Chors, Elisabeth Schmid schmunzelnd.

Vom Klavier aus gibt Chorleiter Jochen Stuppi Anweisungen.
Vom Klavier aus gibt Chorleiter Jochen Stuppi Anweisungen. | Bild: Halter, Maximilian

Auf die Aufführungen des Musicals Snoopy, die am 26. und 27. Januar im Radolfzeller Milchwerk stattfinden, hat der Chor seit mittlerweile zwei Jahren hingearbeitet.

Als Schüler wurde Stuppi von Snoopy begeistert

Der Wunsch, den aus der Comicserie "Die Peanuts" bekannten Hund auf die Bühne zu bringen, reifte bereits sehr früh in Chorleiter Jochen Stuppi. Als Grundschüler sah er eine Aufführung des Snoopy-Musicals am Gymnasium seiner Schwester. "Danach wollte ich auf das Gymnasium gehen und auch Snoopy aufführen", sagt Stuppi mit einem Lächeln. Dorthin ging er schließlich und wurde sehr von seinem damaligen Musiklehrer gefördert, erzählt er weiter. "Ich habe ihn zu unserem Auftritt eingeladen und er kommt extra aus Saarbrücken", sagt der 35-Jährige voller Vorfreude.

Mit der Aufführung gehen zwei Wünsche in Erfüllung

Doch nicht nur für ihn, sondern auch für den Chor geht mit der Aufführung des Stücks ein Wunsch in Erfüllung, betont er. Schließlich haben sich die Sängerinnen und Sänger, so Stuppi, "ein abendfüllendes und deutschsprachiges Konzert gewünscht."

Mit der Aufführung von Snoopy The Musical erfüllt sich der 35-Jährige und dem Chor einen Wunsch.
Mit der Aufführung von Snoopy The Musical erfüllt sich der 35-Jährige und dem Chor einen Wunsch. | Bild: Halter, Maximilian

Hohe Kosten für die Rechte am Stück

Dabei war es für den Verein kein leichter Weg, die Rechte für die Aufführung zu bekommen. "Ich war sehr überrascht, denn die Regularien sind sehr streng", erklärt er. Einige Beispiele dafür liefert Anke Kehl, Pressewartin des Chors. "Alleine Snoopy auf Werbeplakate abdrucken, kostet mehrere hundert Euro", sagt sie. Außerdem gebe es auch die Vorgabe, wie viele Plakate man drucken dürfe. Weiterhin ist es nicht erlaubt, diese neben Zigaretten- oder Alkoholwerbung aufzuhängen. "Wir haben die Plakate nicht in Restaurants ausgehangen, um sicherzugehen. Dort wird ja auch Alkohol ausgeschenkt ."

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Generell kamen aufgrund der bekannten Marke hohe Kosten auf den Verein zu. "Wir haben noch nie so viel Geld ausgegeben für ein Projekt", sagt Geschäftsführer Jürgen Vent-Schmidt. Wegen der hohen Kosten habe man bei der Stadt Radolfzell auch eine Projektförderung beantragt.

Adaption soll eine weltweite Uraufführung sein

Gelohnt habe sich das ambitionierte Projekt jedoch allemal, betont er. Die Adaption des Musicals als Chor sei eine weltweite Uraufführung, erklären Chorleiter Stuppi und Geschäftsführer Vent-Schmidt stolz. Außerdem präsentiere man ein Stück, das jung und alt gleichermaßen anspricht.

Jedes Lied hat den Ursprung in einem Comic

15 Lieder werde man in der Aufführung spielen, davon hat jedes einen Ursprung in einem Comic, erklärt Stuppi. Ob Fans "Der Peanuts" diese in den Songs erkennen werden? "Ich hoffe es", sagt der 35-Jährige mit einem Lächeln. "Ich bin auch nervös", fügt er hinzu. Schließlich kommt zu dem Gesang auch etwas Neues für den Chor hinzu: die Bühnengestaltung. Die wird über farbig bemalte Hocker dargestellt, erklärt der Chorleiter.

Mit diesen Hockern soll später die Bühnengestaltung gemacht werden.
Mit diesen Hockern soll später die Bühnengestaltung gemacht werden. | Bild: Halter, Maximilian

So gebe es die zusätzliche Aufgabe zu wissen, wo der Hocker aufgestellt wird. Nur so kann der Auftritt am Ende seine volle Wirkung entfalten.