Hinter die Türen einer sonst verschlossenen Kirche blicken, die Lebensweise von berühmten Künstlern entdecken und einen Blick auf die Bauarbeiten in einer historischen Villa werfen. Neue Einblicke und fachkundige Führungen bietet der Tag des offenen Denkmals, an dem sich vier Einrichtungen auf der Höri und eine in Radolfzell beteiligen. Damit sind sie Teil von insgesamt 35 Programmpunkten im Landkreis Konstanz am Sonntag, 9. September, und widmen sich dem Motto "Erleben, was uns verbindet".

Ein Haus bietet immer neue Themen

Hunderte Besucher erwartet beispielsweise das Hermann-Hesse-Haus in Gaienhofen, wie Eva Eberwein verrät. Sie hat das Haus saniert und wieder zugänglich gemacht, was bei der Premiere im Jahr 2004 bis zu 1000 Besucher angezogen habe. Am Sonntag rechnet sie mit mindestens 400 Gästen, daher werden zehn bis 15 ehrenamtliche Helfer mit anpacken. Eberwein hat eine Führung passend zum Motto erarbeitet. Das Haus biete für jedes Thema genügend Material und weil es zur Zeit der Lebensreform entstand, lasse sich gut eine Brücke zu anderen Familien und Häusern schlagen. "Dieses Haus war für diese Zeit bemerkenswert", sagt Eberwein. Weil es so unglaublich modern gewesen sei, habe sogar ein Fachblatt es gewürdigt. Familie Hesse habe darin extrem minimalistisch gelebt. Ihre für die Führung neu gewonnen Erkenntnisse will Eberwein nächstes Jahr in einer anderen Führung aufgreifen.

Es braucht viel Vorbereitung und viele Ehrenamtliche

Zu Jahresbeginn werde von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz das Motto für den Tag des offenen Denkmals verkündet, dann beginne die inhaltliche wie logistische Planung. "Jedes Jahr schaffen wir nicht", erklärt Eberwein angesichts der aufwendigen Vorbereitungen, um architektur- und geschichtsinteressierten Besuchern einen besonderen Einblick in die Vergangenheit zu bieten. Der Eintritt ist wie bei allen Teilnehmern des Aktionstags frei, lediglich das vegetarische Buffet kostet etwas. Einnahmen sollen dem Förderverein zugutekommen.

Einige Denkmäler sind immer wieder zu sehen

Viele andere Einrichtungen öffnen jedes Jahr ihre Tür, das Otto-Dix-Haus im Gaienhofener Ortsteil Hemmenhofen war beispielsweise bereits 2017 dabei. Ebenso die Villa Clara in Radolfzell, die sich seither aber verändert hat. Im vergangenen Jahr konnte man laut den aktuellen Inhabern der privatärztlichen Verrechnungsstelle PVS Reiss die Besonderheiten der Villa unter vielen Farbschichten nur erahnen. Inzwischen ist das Gebäude an der Strandbadstraße laut ihrer Aussage weitgehend restauriert. Bildtafeln sollen am Sonntag verdeutlichen, mit welchen Arbeitsschritten die Freilegung und Restaurierung erfolgte. Die leitende Restauratorin Melanie Bochmann und die Bauherren wollen außerdem mit Führungen die Villa zeigen, die inzwischen Teil eines modernen Bürokomplexes nahe des Krankenhauses ist.

Diese Denkmäler sind 2018 dabei

<strong>Augustiner-Chorherrenstift in Öhningen: </strong>Das ortsbildprägende Gebäude wurde bereits Anfang des 12. Jahrhunderts gegründet und wird derzeit saniert sowie restauriert. Es gibt einen kirchlichen und einen weltlichen Teil, das kommunale Propsteigebäude soll künftig öffentlich genutzt werden. Im Vorfeld der Baumaßnahmen konnten umfangreiche bauhistorische und bauarchäologische Untersuchungen durchgeführt werden. Die Baubefunde belegen, dass die Konventgebäude im Kern noch mittelalterlich sind. Landeskonservator Franz Meckes gibt am Aktionstag um 14 Uhr eine Führung durch den Augustiner Chorherrenstift, Treffpunkt ist an der Kirche. Bild: Gerald Jarausch
Augustiner-Chorherrenstift in Öhningen: Das ortsbildprägende Gebäude wurde bereits Anfang des 12. Jahrhunderts gegründet und wird derzeit saniert sowie restauriert. Es gibt einen kirchlichen und einen weltlichen Teil, das kommunale Propsteigebäude soll künftig öffentlich genutzt werden. Im Vorfeld der Baumaßnahmen konnten umfangreiche bauhistorische und bauarchäologische Untersuchungen durchgeführt werden. Die Baubefunde belegen, dass die Konventgebäude im Kern noch mittelalterlich sind. Landeskonservator Franz Meckes gibt am Aktionstag um 14 Uhr eine Führung durch den Augustiner Chorherrenstift, Treffpunkt ist an der Kirche. Bild: Gerald Jarausch | Bild: Jarausch, Gerald
<strong>Hermann-Hesse-Haus in Gaienhofen: </strong>Das Landhaus des berühmten Autoren wurde 1907 im Reformstil gebaut, später denkmalgerecht restauriert und erhielt 2005 den Denkmalpreis Baden-Württemberg. Das Haus und der originalgetreu wiederhergestellte Garten geben einen Einblick in die Lebensumstände des Dichters und seiner Familie vor 110 Jahren. Geöffnet ist es zum Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 9. September, von 10 bis 18 Uhr. Führungen zum Thema „Merkmale der Reformzeit in Haus und Garten der Familie Hesse“ gibt es um 11 und 16 Uhr. Damit Besucher sich entspannen und stärken können, gibt es ab 12 Uhr ein kleines vegetarisches Büffet sowie Kaffee und Kuchen. Bild: Eva Eberwein
Hermann-Hesse-Haus in Gaienhofen: Das Landhaus des berühmten Autoren wurde 1907 im Reformstil gebaut, später denkmalgerecht restauriert und erhielt 2005 den Denkmalpreis Baden-Württemberg. Das Haus und der originalgetreu wiederhergestellte Garten geben einen Einblick in die Lebensumstände des Dichters und seiner Familie vor 110 Jahren. Geöffnet ist es zum Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 9. September, von 10 bis 18 Uhr. Führungen zum Thema „Merkmale der Reformzeit in Haus und Garten der Familie Hesse“ gibt es um 11 und 16 Uhr. Damit Besucher sich entspannen und stärken können, gibt es ab 12 Uhr ein kleines vegetarisches Büffet sowie Kaffee und Kuchen. Bild: Eva Eberwein | Bild: Eva Eberwein
<strong>Otto-Dix-Haus in Gaienhofen:</strong> Das ehemalige Wohnhaus der Familie Dix bietet zum Tag des offenen Denkmals die Gelegenheit, das Umfeld und den Lebensmittelpunkt einem der bedeutendsten deutschen Künstler des 20.&nbsp;Jahrhunderts kennen zu lernen. 1936 bezogen Otto Dix und seine Familie das Haus, wo er laut Mitteilung des Landratsamtes bis zu seinem Tod 1969 lebte. Das Haus wurde 2010 von der Otto-Dix-Haus-Stiftung erworben, denkmalgerecht saniert und mit Originalmöbeln ausgestattet. Im Juni 2013 übergab der Verein das Haus an das Kunstmuseum Stuttgart, das darin das Museum Haus Dix betreibt. Am Sonntag ist es von 11 bis 18 Uhr geöffnet, bis 16 Uhr gibt es stündlich Führungen. Bild: Johannes Renner
Otto-Dix-Haus in Gaienhofen: Das ehemalige Wohnhaus der Familie Dix bietet zum Tag des offenen Denkmals die Gelegenheit, das Umfeld und den Lebensmittelpunkt einem der bedeutendsten deutschen Künstler des 20. Jahrhunderts kennen zu lernen. 1936 bezogen Otto Dix und seine Familie das Haus, wo er laut Mitteilung des Landratsamtes bis zu seinem Tod 1969 lebte. Das Haus wurde 2010 von der Otto-Dix-Haus-Stiftung erworben, denkmalgerecht saniert und mit Originalmöbeln ausgestattet. Im Juni 2013 übergab der Verein das Haus an das Kunstmuseum Stuttgart, das darin das Museum Haus Dix betreibt. Am Sonntag ist es von 11 bis 18 Uhr geöffnet, bis 16 Uhr gibt es stündlich Führungen. Bild: Johannes Renner | Bild: Johannes Renner
Das ehemalige Augustiner Chorherrenstift in Öhningen öffnet zum Tag des offen Denkmals seine Türen und ist damit eine von fünf Einrichtungen in Radolfzell und auf der Höri. Bild: Gerald Jarausch
Das ehemalige Augustiner Chorherrenstift in Öhningen öffnet zum Tag des offen Denkmals seine Türen und ist damit eine von fünf Einrichtungen in Radolfzell und auf der Höri. Bild: Gerald Jarausch | Bild: Jarausch, Gerald
<strong>Villa Clara in Radolfzell:</strong> Die 1897 auf der Halbinsel Mettnau errichtete Villa zählte einst zu den prächtigsten Gebäuden in Radolfzell, schreibt das Landratsamt in seiner Ankündigung. Zwar wurde ihr Erscheinungsbild im Laufe von 100 Jahren verändert, innen sind Stuckdecken und Teile des Eingangsbereiches jedoch gut erhalten. Am Tag des offenen Denkmals wollen die Eigentümer den Besuchern einen Einblick in die Restaurierungs- und Baugeschichte der Villa geben. Seit 2017 wird umfangreich saniert und restauriert, im Oktober soll es auch einen Tag der offenen Tür geben. Bauherren und Restauratoren bieten von 11.30 Uhr bis 15 Uhr Führungen in kleinen Gruppen durch das Gebäude an. Bild: Melanie Bochmann
Villa Clara in Radolfzell: Die 1897 auf der Halbinsel Mettnau errichtete Villa zählte einst zu den prächtigsten Gebäuden in Radolfzell, schreibt das Landratsamt in seiner Ankündigung. Zwar wurde ihr Erscheinungsbild im Laufe von 100 Jahren verändert, innen sind Stuckdecken und Teile des Eingangsbereiches jedoch gut erhalten. Am Tag des offenen Denkmals wollen die Eigentümer den Besuchern einen Einblick in die Restaurierungs- und Baugeschichte der Villa geben. Seit 2017 wird umfangreich saniert und restauriert, im Oktober soll es auch einen Tag der offenen Tür geben. Bauherren und Restauratoren bieten von 11.30 Uhr bis 15 Uhr Führungen in kleinen Gruppen durch das Gebäude an. Bild: Melanie Bochmann | Bild: Melanie Bochmann