Das Tierheim hat an seinem jetzigen Standort keine Vergrößerungsmöglichkeit. Es liegt eingeklemmt zwischen der Kläranlage und den technischen Betrieben sowie von Bahngleisen und dem Mettnau-Naturschutzgebiet. Außerdem gibt es Beschwerden von Anwohnern über ständigen Hundelärm. Um diese Situation ging es beim Bürgerforum „Gehört“ des Ortsverbands der CDU.

Beim Bürgerforum „Gehört“ des CDU-Ortsverbandes im Radolfzeller Tierheim informierte sich die CDU Vorort und diskutierte mit dem Tierschutzverein und den Anwohnern die prekäre Lage (von links): Christof Stadler, Hermann Leiz, Bernhard Diehl, Helmut Villinger sowie Lorenz Thum.
Beim Bürgerforum „Gehört“ des CDU-Ortsverbandes im Radolfzeller Tierheim informierte sich die CDU Vorort und diskutierte mit dem Tierschutzverein und den Anwohnern die prekäre Lage (von links): Christof Stadler, Hermann Leiz, Bernhard Diehl, Helmut Villinger sowie Lorenz Thum. | Bild: Georg Lange

Ein Gutachten des Tierschutzbundes bescheinigte dem Radolfzeller Tierheim trotz der Enge eine professionelle Arbeit. Die Tiere seien verhältnismäßig entspannt. Das sei auch ein Verdienst des Personals, so der Vorsitzende des Tierheims, Bertold Keller, vor dem Bürgerforum.

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Der Verein kämpft nicht nur mit einer Raumnot für den Auslauf. Zeitlich befristete Container-Lösungen etablierten sich zu Dauereinrichtungen. Es wäre eine Erweiterung notwendig: Für den Auslauf, das Spielen und dem Therapieren der Hunde steht dem Verein eine Wiese von lediglich 220 Quadratmetern zur Verfügung. Benötigt wird das Zehnfache, schreiben Tierschutzgesetze vor. Die in Aussicht gestellte Erweiterung auf dem Gelände der technischen Betriebe scheiterte durch Änderungen im Strukturplan des Sportparks.

Ist der Standort noch der richtige?

Scharfer Wind kommt nun von einem Komitee von 12 Familien, das sich wegen wegen der steten Lärmbelästigung beklagt. Das ist insofern bedeutsam, da gegenüber des Tierheims ein fünf Hektar großes Wohnmischgebiet am Gleisdreieck entstehen soll.

Angesichts der Beschwerden aus der Nachbarschaft der Allensbacher Straße und Reichenaustraße schwant Bertold Keller Schreckliches: „Wir werden es in etwa vier Jahren auf dem Gleisdreieck mit einer Bebauung von rund 300 Wohnungen zu tun haben. Ich mag nicht daran denken. Da können wir nämlich hier eine Hotline für Reklamationen einrichten.“ Vor rund 40 Besuchern beim Bürgerforum stellte Keller die Frage, ob das Tierheim noch am richtigen Standort sei.

Anwohner zwischen Kritik und Verständnis

Das Anwohner-Komitee wusste beim Bürgerforum die Arbeit des Tierheims zu schätzen. Trotz des Wissens um die Wichtigkeit der Arbeit des Tierschutzvereins falle es oftmals schwer, bei Lärmbelästigungen sofort anzurufen. Doch die Belastung sei in den vergangenen Jahren größer geworden. Im Hochsommer falle es schwer, bei offenem Fenster zu schlafen, schilderten die Anwohner.

Anwohner klagen über eine stete Lärmbelästigung durch das Bellen von Hunden (von links): Gunnar Krumbholz, Stefan Moses sowie Vesna Moses.
Anwohner klagen über eine stete Lärmbelästigung durch das Bellen von Hunden (von links): Gunnar Krumbholz, Stefan Moses sowie Vesna Moses. | Bild: Georg Lange

Im Gegensatz zu Hunden der Nachbarschaft sei aus dem Tierheim ein stetes Bellen zu hören. Im Sommer kämen noch Pensionshunde hinzu. Weil andere in Urlaub gehen und ihren Hund abgeben, hätten die Anwohner keinen Urlaub mehr, so Vesna Moser über die leidliche Situation. Sie freue sich aber, dass das Tierheim nun auch die Belange der Anwohner berücksichtigen wolle.

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Wunsch nach neuem Standort

Um sich verbessern zu können, habe der Tierschutzverein keinen Platz, so Bertold Keller. Seriös gerechnet habe der Verein ein Investitionsstau in Höhe von 80 000 Euro, so der Vorsitzende. Das könne der Verein nicht stemmen. Um den Tieren einen größeren Auslauf zu bieten, Sanierungen am Hauptgebäude zu umgehen und Lärmbelästigungen aus dem Weg zu gehen, möchte Keller mit dem Tierheim an den Stadtrand ziehen.

Abzüglich von Dingen wie Fördermitteln und Eigenleistungen kämen Kosten in Höhe von rund 900 000 Euro auf die Gemeinde zu, errechnete die zweite Vorsitzende und Architektin, Julia Bierbach.