Vereine und Organisationen leisten einen wichtigen Beitrag für die sinnvolle Freizeitgestaltung von Kindern und Jugendlichen. Aus diesem Grund werden sie von der Stadt Radolfzell mit Geldern für die Jugendarbeit unterstützt.

Die FDP-Fraktion im Gemeinderat möchte diese Unterstützung auf kirchliche Träger ausweiten. Ein entsprechender Antrag ist im Ausschuss für Bildung, Sicherheit und Soziales bereits diskutiert worden. Der Gemeinderat wird in der Sitzung am Dienstag, 5. November, ab 16.30 Uhr darüber entscheiden.

FGL sieht kirchliche Träge nicht neutral

Dieser Vorschlag ist im Ausschuss kontrovers diskutiert worden. Vor allem Zekine Özdemir (FGL) war der Ansicht, dass ein kirchlicher Träger in seiner Jugendarbeit einer bestimmten Intention nachgehen würde. Es ginge schließlich auch um Glaubensvermittlung.

Außerdem seien die Aktivitäten kirchlicher Einrichtungen nicht für alle Kinder und Jugendliche zugänglich, da es konfessionelle Begrenzungen gäbe. Aus ihrer Sicht sei aus diesem Grund eine Unterstützung durch städtische Gelder problematisch.

Alles was Kindern und Jugendlichen hilft, müsse unterstützt werden, sagt die CDU

Dem widersprach Martina Gleich (CDU). Gerade Jugendliche seien auf der Suche nach Beschäftigung, Sinn und einer Gruppe, zu der sie gehören können. Und alles, was den Jugendlichen helfe und sie fördere, müsse die Stadt auch unterstützen. Kirchliche Einrichtungen würden dies auch anbieten.

Konkret ging es bei diesem Antrag der FDP um die evangelische Kirchengemeinde Böhringen, die ihr Konzept sogar schon einmal im Gemeinderat vorgestellt hatte. Diese betreibt eine sehr intensive Jugendarbeit und zieht damit auch etliche Konfirmanden aus dem gesamten Stadtgebiet nach Böhringen.

Kirchen bekommen bereits Kirchensteuer, braucht es noch mehr?

Bereits während der ersten Diskussion im Mai dieses Jahres über den Antrag wurde im Gemeinderat kontrovers diskutiert. Siegfried Lehmann (FGL) sah kirchliche Träger aufgrund der Kirchensteuer schon im Vergleich zu Vereinen bevorzugt.

Sollte der Gemeinderat einer Förderung zustimmen, würden den Kirchengemeinden pro Jahr 150 Euro für ihre Jugendarbeit zustehen plus 14 Euro für jeden minderjährigen Jugendlichen, der teilnimmt.

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