Gemeinsam ruderten sie in Berlin im gleichen Takt und zogen an beinahe allen Konkurrenten vorbei. Die Rudermannschaft des Friedrich-Hecker-Gymnasiums hat sich bei dem Schülerwettbewerb „Jugend trainiert für Olympia“ im Doppelvierer der Jungen der Jahrgänge 2002 bis 2004 den zweiten Platz und damit die Silbermedaille gesichert. Die Mannschaft ist mit dieser Leistung die zweitbeste Schulrudermannschaft in ganz Deutschland.

Gewinner unter sich: Paul Becker, Henry Itter, Florian Dritter, Felix Schön, Tom Härtwig mit Trainer Wolfgang Schön (links). Auf Platz eins das Deutschhaus-Gymnasium Würzburg (Mitte) und auf Platz drei die Angelaschule Osnabrück (rechts). Bild: Schule
Gewinner unter sich: Paul Becker, Henry Itter, Florian Dritter, Felix Schön, Tom Härtwig mit Trainer Wolfgang Schön (links). Auf Platz eins das Deutschhaus-Gymnasium Würzburg (Mitte) und auf Platz drei die Angelaschule Osnabrück (rechts). Bild: Schule | Bild: FHG Radolfzell

Ebenfalls weit über den Erwartungen ruderte die zweite Radolfzeller Mannschaft im Riemenvierer der Jungen bis Jahrgang 2002 auf Platz neun. „So etwas erlebt man wahrscheinlich nur einmal in seinem ganzen Schulleben“, freute sich Trainer und Sportlehrer Wolfgang Schön mit seinen Schützlingen. So richtig habe niemand mit den Mannschaften des Friedrich-Hecker-Gymnasiums gerechnet. „Favoriten waren andere, uns hatte niemand auf der Rechnung“, berichtet Trainer Schön. Umso mehr würden sich alle Beteiligten über die hervorragenden Platzierungen bei der Endrunde in Berlin freuen. Platz zwei und Platz neun bei einem Bundesfinale seien für die Schüler eine echte Sensation.

Die besten Schulmannschaften am Start

Bei dem Wettkampf in Berlin traten die besten Schulsportmannschaften Deutschlands gegeneinander an. Die zwei Mannschaften des Friedrich-Hecker-Gymnasiums qualifizierten sich bereits Mitte Juli bei dem baden-württembergischen Landesfinale von „Jugend trainiert für Olympia“ für das Bundesfinale. Die besten Schulmannschaften aus 26 Sportarten treten dort jedes Jahr für ihre Bundesländer an.

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Zurück im Friedrich-Hecker-Gymnasium sind die Sportler mächtig stolz auf ihren Erfolg. Eine Silbermedaille und ein neunter Platz im Bundesfinale sind nicht alltäglich. Wie der Radolfzeller Silbermedaillengewinner Felix Schön aus dem Dopplvierer erklärt, würden Sportschulen in der Regel die ersten Plätze erreichen: „Wir haben keine professionelle Kleidung oder einen Einteiler wie die Ruderer in den Mannschaften der Sportschulen. Die sind ganz anders ausgestattet.“

Radolfzeller nur Außenseiter

Taku Jellinek saß im Riemenvierer für die Radolfzeller Mannschaft, sie erreichten den neunten Platz. „Das hat uns schon nervös gemacht, wenn wir gegen solch gut ausgerüstete Mannschaften angetreten sind.“ Dies tat den Leistungen der Schulruderer aus Radolfzell keinen Abbruch. Die Herausforderung haben sie gemeistert. „Es fühlt sich umso besser an, wenn man sich gegen diese Schulsportgruppen durchsetzen kann“, sagt Paul Becker aus dem Doppelvierer.

Am Hecker wird viel trainiert

Hinter dem Erfolg steckt eine ganze Menge Arbeit. Das Rudertraining des Hecker-Gymnasiums findet in der Regel einmal wöchentlich im Ruderclub Undine statt. Vor diesem großen Wettkampf haben die Jungs vier Mal in der Woche trainiert. „Um eine gute Balance aus Schule und Sport zu finden, braucht man ein gutes Zeitmanagement“, sagt Tom Härtwig aus dem Doppelvierer. Für den Rudersport sei die Abstimmung im Boot ein wichtiger Faktor. Eine Zehntelsekunde beim Eintauchen der Ruderblätter könne den entscheidenden Unterschied machen. „Ein gutes Verhältnis untereinander im Boot ist sehr wichtig“, sagt Tom Härtwig. Entscheiden sei, „alles für die Mannschaft zu geben“, glaubt Tim Würfl vom Riemenvierer.

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Für Wettkämpfe dieser Art achten die Schulsportler auf eine perfekte Vorbereitung. Henry Itter aus dem Doppelvierer beschreibt den Wettkampfablauf: „Wir laufen uns vor den Läufen ein bisschen warm, aber wir setzen uns vor dem Startschuss keiner größeren Belastung mehr aus.“ Tom Härtwig ergänzt, dass man zwei Stunden vor dem Wettkampf besser nichts essen sollte. „Die mentale Vorbereitung ist ebenfalls sehr wichtig. Wir hören zum Beispiel Musik bevor es losgeht“, sagt Taku Jellinek. „Was der Trainer sagt, ist auch nicht ganz unwichtig“, bemerkt Tobias Lingk aus dem Riemenvierer.

„Die Silbermedaille ist super“

Betreuerin und Sportlehrerin Diane Mastrocola ist von den Leistungen beider Mannschaften begeistert: „Alleine der Einzug in das Finale ist ein großer Erfolg.“ Neben dem sportlichen Aspekt und der dazu gewonnenen Wettkampferfahrung konnten die Ruderer auch die Stadt Berlin kennenlernen. Wie der stellvertretende Schulleiter Marc Bornmann erklärt, müsse man das Ergebnis erst mal sacken lassen. Man müsse bedenken, dass die Schüler den Rudersport nur in ihrer Freizeit ausüben und dennoch „herausragende Leistungen“ erzielten. Wie Florian Dritter aus dem Doppelvierer berichtet, hätten beide Boote auf eine gute Platzierung gehofft: „Die Silbermedaille ist super.“

Bei der Abschlussveranstaltung in der Max-Schmeling-Halle in Berlin konnten die Radolfzeller Schüler mit insgesamt 4500 anderen Teilnehmern des Bundesfinales feiern. Dieses Jahr mit einer Mannschaft der Ruder AG des Friedrich-Hecker-Gymnasium auf dem Siegertreppchen.