Ein halbes Jahr lang haben zehn Kinder und Jugendliche zwischen sechs und zwölf Jahren fleißig geprobt. Der Lohn ist ein begeistertes Publikum bei der Aufführung des Grimm‘schen Märchens „Schneeweißchen und Rosenrot“ in der Zeller Kultur.

„Der Weg ist das Ziel, also eigentlich ist die gemeinsame Arbeit das Wichtigste“, sagt Waltraud Rasch, verantwortlich für Idee und Inszenierung. Überraschend, wie perfekt die Kindertheatergruppe das Stück umsetzt.

Märchenerzählerin ist Reinhild Bleckmann, an den wichtigen Stellen aber haben die Kinder ihren Text. Auch die Kleinsten, Alina im Hundekostüm, Filipa als Katze, Jordis als Hase und Benjamin als Fisch haben ihre Rollen gut gelernt und sprechen deutlich. Paula als Schneeweißchen und Lena als Rosenrot beeindrucken mit ausführlichen Text-Passagen. Die liebevoll und detailreich ausgestattete Bühne, die Kostüme und Requisiten begeistern die Kinder im Publikum.

Der Bär hat den Zwerg bezwungen, der Prinz ist erlöst. Staunend sehen Schneeweißchen, Rosenrot und ihre Mutter die Verwandlung
Der Bär hat den Zwerg bezwungen, der Prinz ist erlöst. Staunend sehen Schneeweißchen, Rosenrot und ihre Mutter die Verwandlung | Bild: Veronika Pantel

Spannend geht es her: Der fiese Zwerg (lebendig spielt Hanna ihn) bedankt sich keinesfalls für die Hilfe der beiden Mädchen, wenn er mit Erde, Wasser und Luft kämpfen muss. Aus dem Baumstamm, in dem sich sein Bart verklemmte, befreien sie ihn, vorm großen Vogel (in der Doppelrolle auch als Engel spielt ihn Michelle) retten sie ihn und befreien die verknotete Angel aus seinem Bart, als der Fisch ihn ins Wasser ziehen will. Hilfsbereit sind sie auch ihrer Mutter gegenüber, der Marisol erwachsene Züge verleiht. Der tapsige Bär wird vom Schnee befreit, gefüttert und als Spielkamerad aufgenommen. Simon, im Hochsommer im dicken Bärenkostüm, ist zu bewundern. Denn als er den Zwerg besiegt, der ihn verwunschen hat, kommt auch noch das Prinzengewand darunter zum Vorschein.

Schneeweißchen und Rosenrot helfen dem Zwerg, den der Fisch ins Wasser ziehen will
Schneeweißchen und Rosenrot helfen dem Zwerg, den der Fisch ins Wasser ziehen will | Bild: Veronika Pantel

Die erst zehnjährige Marta Ruppel steuert auf ihrer Harfe eine stimmungsvolle Einleitung und begleitende Variationen über das Kinderlied „Zehn kleine Fische“ bei.

Langer Applaus von den vollbesetzten Zuschauerrängen belohnt die Kinder und die Erwachsenen Estella Loves und Britta Bechtold, die die Proben und die Aufführung unterstützend begleitet haben.