Ins Parken und Radfahren auf der Mettnau kommt Bewegung: Der Radweg zwischen Mettnaustadion und Kunstrasenplatz soll vollendet und die Wiese daneben als Fortsetzung des Stadionparkplatzes mit weiteren Stellflächen belegt werden. Der Gemeinderat Radolfzell hat auf Antrag der SPD-Fraktion die Verwaltung damit beauftragt, mit der Eigentümerfamilie der Flächen in Verhandlungen über Pacht und notwendigen Grundstückstausch zu treten. Stadtrat Norbert Lumbe beschwor in der Sitzung die Gunst der Stunde und verwies auf die Vorgeschichte: "Es hat Einiges an Verletzungen und Misstrauen auf beiden Seiten gegeben, jetzt gibt es nach vielen Jahren die Möglichkeit auf eine Einigung."

Die SPD verfolgt mit dem Antrag die Vollendung des auf über 100 Meter unterbrochenen Radwegs und die Erweiterung des Stadionparkplatzes Richtung Kunstrasenplatz. Die Diskussion über die Parksituation auf der Mettnau habe deutlich gemacht, dass ein erheblicher Bedarf an öffentlichen Stellplätzen auf der vorderen Mettnau bestehe, so der Antrag. Die SPD begründet diesen erweiterten Bedarf an Parkplätzen mit Besuchern des Strandbads, des Mettnaustadions und der Mettnau-Sporthalle. Auch für Lehrer und Schüler der Mettnauschule sowie für Besucher des Krankenhauses stünde das Angebot zur Verfügung. Zudem geht die SPD davon aus, dass durch diese Lösung der Bau eines Parkdecks im Gleisdreieck zurückgestellt werden könnte.

Die Freie Grüne Liste konnte sich mit diesem Antrag wenig anfreunden. Stadtrat Siegfried Lehmann monierte, dass dann auf der Mettnau ein neuer "Messeparkplatz zwei" entstehen würde: "Wir haben uns entschieden, den Messeplatz zu bewirtschaften und dann haben wir auf der Mettnau zwei kostenfreie Parkplätze." Schon jetzt stehe der Parkplatz am Stadion meistens leer. Lehmann fragte: "Wie wird sich das entwickeln?"

CDU, FDP und Freie Wähler stellten sich hinter den SPD-Antrag. Helmut Villinger (CDU) wies auf die Funktion eines Ausweichparkplatzes hin: "An verkaufsoffenen Sonntagen ist die Stadt total überlastet." Zudem bringe auch das geplante Pflegeheim beim Krankenhaus neuen Parkverkehr mit sich. "Wir meinen, das passt ganz gut", sagte Villinger. Jürgen Keck von der FDP schloss sich an: "Der SPD-Antrag ist gut, wir brauchen Parkraum." Walter Hiller (Freie Wähler) bestätigte: "Die SPD hat mit ihrem Antrag recht."

Die Verwaltungsspitze fand ebenfalls Gefallen an dem Vorschlag: "Dadurch können wir in den Sommermonaten die Mettnau tatsächlich entlasten", befand Oberbürgermeister Martin Staab. Die Planung für den Radweg sei fertig, der OB rechnet mit Kosten von rund 50 000 Euro. Den Parkplatz mit einem ähnlichen Aufwand wie dem bestehenden am Stadion zu errichten, hielt Staab bei einem Pachtzeitraum über 15 Jahre für akzeptabel. Susann Göhler-Krekosch (SPD) stand ihm bei: "Der Parkplatz muss nicht auf Dauer betoniert sein."

Damit war die Mehrheit mit 17 Ja-Stimmen überzeugt, die Grünen hielten mit fünf Nein-Stimmen dagegen. Beate Giesinger machte ihrem Unmut deutlich Luft: "Ich halte das für völlig verfehlt: Wir machen ein Parkkonzept mit Bewirtschaftung und auf der Mettnau machen wir kostenloses Parken."

Parkplatz Stadion

Im Sommer 2010 ist der Parkplatz am Mettnaustadion mit 100 Stellplätzen in Betrieb genommen worden. Für das Bauprojekt mit "einfachen Parkplätzen" hatte die Stadt Radolfzell 65 000 Euro im Haushalt eingestellt. Die SPD hat darauf hingewiesen, dass bei manchen Fußballspielen schon jetzt ein Mehrbedarf bestehe. Zudem könne mit einem erweiterten Parkplatz an dieser Stelle auch der Wohnmobilstellplatz zwischen Kunstrasenplatz und Containern attraktiver gestaltet werden. Dies unter dem Vorbehalt, dass die Wohnmobil-Parkplätze nicht generell auf den Herzen-Parkplatz verlegt werden.