Radolfzell-Markelfingen – In Markelfingen könnte es bald etwas ruhiger und verkehrssicherer werden. In der Radolfzeller Straße soll der Fahrbahnbelag erneuert werden. Die Stadt Radolfzell möchte beim Landratsamt erwirken, dass ein lärmmindernder Fahrbahnbelag verwendet wird. Zusätzlich gibt es positive Signale für die Entschärfung gefährlicher Verkehrssituationen an drei Stellen im Oberdorf.

Lärmmindernder Asphalt hat Vorrang vor Temporeduktion

Thomas Nöken, Leiter des Dezernats Umwelt, Planen, Bauen stellte im Ortschaftsrat die neuen Entwicklungen beider Themen vor. Damit ging er auf das Anliegen der Räte ein, die in den vergangenen Sitzungen wiederholt betont hatten, wie wichtig ihnen die Verkehrsberuhigung sowohl in der Ortsdurchfahrt als auch im Oberdorf sei. Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung der Radolfzeller Straße sind Bestandteil des Lärmaktionsplans, der Radolfzell und seine Ortsteile betrifft. Für die Ortsdurchfahrt Markelfingen war bislang vorgesehen, das Tempo von 40 auf 30 Stundenkilometer zu reduzieren. Stadtplaner hatten eine Lärmminderung von 1,2 bis 2,4 Dezibel (dB) errechnet, von der 300 Anwohner profitieren würden. Nöken berichtete nun, es habe sich überraschend eine neue Situation ergeben. Der Landkreis plane, den Fahrbahnbelag der Radolfzeller Straße zu erneuern. Die Arbeiten sollen bereits zu Pfingsten beginnen. Von dieser neuen Sachlage wolle die Stadt profitieren und darauf einwirken, dass ein lärmmindernder Belag zum Einsatz kommt. In diesem Fall sei eine Lärmminderung von zwei dB (A) zu erwarten. Der Lärmaktionsplan sieht nun vorrangig den neuen Belag vor. Sollte diese Umsetzung nicht möglich sein, komme das Tempolimit von 30 Stundenkilometern zu tragen. Die Räte stimmten dem veränderten Lärmaktionsplan einstimmig zu. Nöken sprach von "einem Riesengewinn für Markelfingen".

Bedarfsampel kann eingerichtet werden

Auch was die Situation im Oberdorf angeht, war er positiv gestimmt. Von zehn Prüfanträgen, die der Ortschaftsrat an die Stadt weitergeleitet hatte, gab es grünes Licht in drei Fällen. An den Beratungen haben die Stadt, die untere Verkehrsbehörde und die Polizei teilgenommen. An der Kreuzung Oberdorfstraße, Kaltbrunner Straße, Schwanenweg und Zur Kapelle wurde eine Bedarfsampel vorgeschlagen, um Fußgängern und Kindern auf dem Weg zur Schule die Überquerung der Fahrbahn zu erleichtern. Die Kosten der Baumaßnahmen gab Nöken mit 80 000 Euro an.

Die Einrichtung einer weiteren Ampel ist nicht möglich

Geplant werden könne dieses Jahr, mit der Realisierung sei im nächsten Jahr zu rechnen. Zudem soll geprüft werden, ob eine Ampel in der Oberdorfstraße in Höhe der Bäckerei Diener aufgestellt werden kann. Zunächst war eine Ampel in Höhe der Straßen Im Lehen, Laurentiusstraße gewünscht. Das ist nicht möglich. Dazu müsste Eigentum der benachbarten Grundstücke erworben werden, wogegen sich die Eigentümer ausgesprochen haben. Positiv steht das Bauamt einer Verkehrsinsel in der Kaltbrunner Straße gegenüber, durch die der vom Wildpark kommende Verkehr verlangsamt werden könnte. Allerdings wäre es auch hier nötig, Eigentum zu erwerben.

Gemäßigte Begeisterung im Ortschaftsrat

Für Nöken war mit diesem Stand der Dinge "das Glas halb voll", wogegen Ortschaftsrat Andreas Blum sich vehement aussprach. Wenn von zehn Anträgen drei positiv bewilligt und diese vom Gemeinderat und Landkreis noch abgelehnt werden könnten, sei für ihn das Glas halb leer. In der Vergangenheit seien viele Vorhaben des Ortschaftsrats abgelehnt worden. Hermann Repnik wertete den Stand der Dinge als Erfolg. An den vorgeschlagenen Standpunkten habe man sich zwar bereits vergeblich um Änderungen bemüht, jedoch habe man noch nie zuvor die Zustimmung der Polizei gehabt. Insofern sei das Glas drei Viertel voll. Schließlich sprachen sich alle Räte dafür aus, die Planung der drei Vorhaben fortzusetzen.