Die Reaktion der CDU-Fraktion ließ nicht lange auf sich warten. Schon einen Tag nach der Stellungnahme der Pressestelle der Stadtverwaltung und damit der Stellungnahme des OB zur Debatte über die Seetorquerung setzt sich die CDU mit dem Inhalt auseinander. Ihr Sprecher Bernhard Diehl schreibt: "Mit großer Verwunderung und Unverständnis hat die CDU-Fraktion die Erklärung von Oberbürgermeister Martin Staab zum Fortgang des Projekts Seetorquerung zur Kenntnis genommen." Die CDU benennt den OB als den Verantwortlichen, der das Projekt verzögert habe. Diehl erklärt: "Fakt ist, dass nach dem im Gemeinderat gefassten Baubeschluss der Seetorquerung unser OB vier Jahre später aus dem Projekt ausgestiegen ist. Nach Bürgerbefragung, Bürgerentscheid, Bürgerdialog mit Vorstellung aller zehn Varianten hat Martin Staab mit der Begründung, dass die Querung die Bürgerschaft entzweit, kalte Füße bekommen." Nach der Diehls Darstellung habe dann der Gemeinderat das Heft in die Hand genommen und "nach einer günstigere Alternative gesucht". Herausgekommen sei die sogenannte "modifizierte Variante". Nochmals sei die Option der Brückenlösung durch einen Wettbewerb geprüft worden. Danach habe man sich – "ohne OB" – zu einer demokratischen Entscheidung durchgerungen.

"Fraktionen können nur Anträge stellen"

Zur Kritik des OB an der Arbeit der Fraktionen von CDU und FGL hält Diehl fest: "Eine Fraktion kann keine Aufträge vergeben, dies können nur die Verwaltung und ihr Chef. Fraktionen können nur Anträge stellen, um Projekte in der Stadt voranzubringen." Es habe verschiedenste Anträge der CDU, der FGL und der Freien Wähler gegeben, die sich mit diesem Jahrhundertprojekt auseinander gesetzt hätten. "Herausgekommen ist ein Kompromiss, der natürlich von den Gegnern kritisch gesehen werden darf", schreibt Diehl.

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Der Fraktionssprecher hält dem OB vor, dass "einzig die Studie und die damit verbundene Kosten der Staab-Brücke vom Münster bis zum See nie im Gremium genehmigt wurden". Das jetzt, nachdem wieder beinahe zwei Jahre ins Land gezogen seien, im Gemeinderat kritisch über 3,35 Millionen Euro Steuergelder nachgefragt werde, sei richtig. "Schlimm wäre es, wenn dies nicht der Fall wäre." Wenn ein OB nicht zu einem Projekt stehe, sei es immer schwierig, dieses trotzdem umzusetzen. "Hier betätigt sich der Gemeinderat als Projekt-Motor", so die Mitteilung der CDU. Beide Seiten, Gegner und Befürworter, würden immer nachfragen, wie es und wann es weitergehe. "Leider ist die Informationspolitik des Verwaltungschefs sehr langsam und nicht zielorientiert", kritisiert Diehl. Insofern zeige die Erklärung von Staab, dass er nicht an der Realisierung einer Seetorquerung interessiert seit, "auch wenn er immer wiederholt, dass er Beschlüsse des Rats umsetzen wird", schließt Diehl die Stellungnahme der CDU-Fraktion.