Es ist schon erstaunlich, was sich im Dorf am Fuße der Homburg so alles abspielt, wozu Bürger und Narren in der Lage sind, unterhaltsam und sportlich zugleich. Die Narrenzunft der Schoofwäscher brillierte an zwei Bunten Abenden in der Homburghalle mit einem Programm, bei dem viel Kreativität, Ideenreichtum, tänzerische Einlagen und Ironie eine närrische Symbiose bildeten. So kam bei den Besuchern in Windeseile Hochstimmung auf, wurde geschunkelt, gesungen und viel gekleppert. Selbst OB Martin Staab hatte seine beiden Klepperlepaare mitgebracht und versuchte sein Talent zum Besten zu geben. Noch befindet er sich damit zwar in der Versuchsphase als Neu-Radolfzeller. Doch er hat ja keinerlei Ambitionen, demnächst zum Klepperlekönig gekürt zu werden. Vielleicht findet er ja noch einen Lehrmeister, der ihm die Kunst mit dem Zeller Narren-Musikinstrument in nächster Zeit etwas perfekter beibringt.

Völlig routiniert stieg zur Begrüßung mit einem kräftigen "Narro-Mäh" Zunftmeister Reinhard Sauter in die Schoofwäscherbütt. Er hatte die Mitglieder aller Abteilungen um sich geschart, die gemeinsam die Bunten Abende gestaltet hatten. Einen großartigen Einstand in das über dreistündige Programm gab die Kinder-Tanzgruppe, die von Monja Gessendorfer und Gabi Reitzel einstudiert wurde. Der Auftritt der Mädchen bewies, dass mit diesem "Narresome" die närrische Zukunft von Stahringen gesichert ist.

Ein wesentliches Element der Schoofwäscher ist seit Jahren das Narrenblättle, das von den Redakteuren Rainer Zimmermann und Bruno Sauter mit viel Insiderwissen recherchiert und zusammengestellt wurde. Natürlich bekamen in erster Linie die eigenen Zunftmitglieder das richtige Fett ab. Wer eben ein echter Narr ist, darf sich auch außerhalb der Fasnet so allerlei Unfug leisten. So bot die Unzuverlässigkeit einiger Schnitzwieber immer wieder Grund, ins Visier der Narreblättlemacher zu geraten. Gelegentlich schienen auch einige Promille zuviel im Blut bei den närrischen Entgleisungen eine Rolle gespielt zu haben. Einem Narren sind gewisse Schwächen allerdings rasch verziehen. Doch sie sorgen damit immer wieder für viel Stoff und Spaß, mit dem sie spätestens im Narrenblätte auf die Schippe genommen werden. Mit Jens Weber hat die Schoofwäscherzunft einen Moderator, der mit rhetorischer Professionalität, verbunden mit Humor und Spontanität, durchs Programm führte.

Für Lachsalven sorgten die "Schwarzen Schoof" mit einem Sketch, bei dem Jonas und Fabian Merk mit ihrem nicht ganz TÜV-reifen Moped durch die Gegend brausten. Jonas hatte mit Bohrmaschinen als Armaturen und als Chauffeur von Kanzlerin Merkel (Fabian) seine liebe Not, doch er konnte seinem Gast mit Abgasgestank und Lärm doch noch seine Heimat zeigen. Einen Augenschmaus boten schließlich die "Schoof-Cheers", die unter Leitung von Lisa Fischer über die Bühne der Homburghalle tanzten.

Zu einem intensiven Dorftratsch trafen sich auf einem Flohmarkt die Holzer Michael Blazej, Stefan Kamarow und Matthias Schmiedmeister, während die Schoofwäscherinnen im wahrsten Sinne die Puppen tanzen ließen. Sie traten als elegante Balleteusen in hübschen Tutus auf, die mit originellen Puppen verbunden waren, die sie mit sich tanzen ließen. Zum großen Finale des Abends machte sich die Klepperlegruppe auf eine große Reise, die sie bis in Weiße Haus nach Washington zu Präsident Trump und auch nach Hollywood führte. Auslöser der Amerika-Tour war vermutlich der Frust über den Verlust des beliebten Stahringer Restaurants Burgtal, das ein Magier einfach weggezaubert hatte und damit den Ort zu einem Gastronomievakuum machte. Doch Amerika ist auch kein Paradies mehr. Bei einer geplanten Fahrt nach Mexiko fühlte sich die Stahringer Klepperledelegation fast wie zu Hause. Sie kamen bei der Grenze zu Mexiko an eine Trump-Mauer, wie man sie aus Stahringen schon kannte. Was sie jedoch wieder aufmunterte, waren die Klepperle, die sie trotz strenger Sicherheitskontrollen ein- und auch wieder als Souvenir ausführen durften.