Am Sonntag, 22. September, findet auf dem Radolfzeller Waldfriedhof ein Tag der offenen Tür statt. Am bundesweiten „Tag des Friedhofs„ möchte man auch in Radolfzell zeigen und informieren, welche Bedeutung diesem Ort zukommt und welche Möglichkeiten er bietet.

Programm für die ganze Familie

Unter dem Motto „Leben, Lachen, Freude“ hat sich die Abteilung Friedhofswesen innerhalb der Technischen Betriebe Radolfzell ein Rahmenprogramm für die gesamte Familie ausgedacht. Von 13 bis 18 Uhr wird es auf dem Waldfriedhof verschiedene Aktionen und Informationsangebote geben. An der Kapelle werden Informationsstände von Friedhofsverwaltung, Bestattungsunternehmen, der Bildhauer- und Steinmetzinnung Konstanz und einem Gartenbaubetrieb zu finden sein.

Der Hospizverein Radolfzell, Höri Stockach und Umgebung wird zudem für das leibliche Wohl der Besucher sorgen. Die Mitarbeiter des Hospizvereins beantworten auch Fragen zur Sterbe- und Trauerbegleitung.

Eröffnung um 13 Uhr

Kinder können unter anderem Vogelnistkästen und Gedenksteine bemalen. Die Nistkästen werden anschließend gemeinsam mit Mitarbeitern der Technischen Betriebe auf dem Friedhof angebracht. Ferner wird ein professionelles Kinderschminken angeboten, das dem Motto „Leben, Lachen, Freude“ hoffentlich viele Gesichter gibt.

Eröffnet wird das Programm um 13 Uhr durch Oberbürgermeister Martin Staab. Um 14 Uhr wird Heinrich Holewa, Baumschutzexperte der Stadt Radolfzell, bei einer naturkundlichen Führung über den Waldfriedhof die ökologische Bedeutung der Anlage erklären. Denn Friedhöfe bieten eine bemerkenswerte Fauna und Flora, die sie zu einem Ort der Ruhe und Erholung für ihre Besucher macht.

Zwei Drittel Urnenbestattungen

Der eigentliche Zweck der Anlage unterliegt seit einigen Jahren einem Wandel. Vor allem die Zahl der Urnenbestattungen nimmt deutlich zu. Pro Jahr werden auf dem Waldfriedhof rund 230 Menschen bestattet, zwei Drittel davon in Urnengräbern. „In Radolfzell werden insgesamt 16 verschiedene Bestattungsformen angeboten“, sagt Abteilungsleiter Jan Drews.

Mit dem niederschwelligen Informationsangebot möchte die Stadtverwaltung nun erstmals vor Ort über Varianten und Abläufe informieren. „Viele Menschen informieren sich mittlerweile frühzeitig selbst über ihre spätere Bestattung, auch um es den Angehörigen etwas leichter zu machen“, sagt Thomas Nöken, Dezernatsleiter „Umwelt, Planen, Bauen“.

„Wir haben zu viel Platz“

Ein weiterer Grund für die Teilnahme am „Tag des Friedhofs„ war für die Stadt Radolfzell die anstehende Novelle der Friedhofsverordnung. Auch sie ist eine Folge der sich ändernden Bedürfnisse, was das Bestattungswesen angeht. Der Trend zum Urnengrab sorgt auf den sieben Friedhöfen der Stadt für zunehmende Freiflächen. „Wir haben zu viel Platz“, bringt es Jan Drews für den Waldfriedhof auf den Punkt.