An dieser Stelle sind in den vergangenen Wochen sämtliche Kandidaten, die sich im Kreis Konstanz zur Wahl des neuen Bundestages aufgestellt haben, portraitiert worden. Der SÜDKURIER hat die Kadidaten der etablierten Parteien, Andreas Jung (CDU), Tobias Volz (SPD), Martin Schmeding (Grüne), Simon Pschorr (Die Linke) und Tassilo Richter (FDP) sowie Walter Schwaebsch (AfD) und Armin Kabis (Die Partei) im Wahlkampf begleitet, sie im Gespräch mit den Wählern beobachtet und versucht, ihre Positionen und den Menschen kennen zu lernen. 

Nur ein Name steht noch auf der Liste der Direkt-Kandidaten im Kreis Konstanz, der für die Redaktion trotz aller Bemühungen, nicht erreichbar war: Helmut Ringger. Er tritt parteilos unter dem Namen "Kennwort: Helmut" an. Offiziell wird er als Privatier bezeichnet und ist 62 Jahre alt. Der Redaktion liegt eine Postfach-Adresse in Radolfzell vor, unter der Ringger bereits mehrfach angeschrieben wurde. Auf diese Schreiben hat die Redaktion keine Antwort erhalten. Um eventuell einen direkten Kontakt zu Helmut Ringger zu bekommen, wurde sogar das Landratsamt Konstanz um Hilfe gebeten, bei dem Ringger die Bewerbung eingereicht hatte. Dort erhielt man jedoch nach einigen Telefonaten die ernüchternde Mitteilung, Helmut Ringger wünsche keinerlei Kontakt zu den Medien. Man dürfe ihn aber im Wahlkampf beobachten, wenn er beispielsweise mit einem Informationsstand vertreten sei, ließ er über die Pressevertreter des Landratsamtes mitteilen. Eine Nachfrage an die Rathäuser von Konstanz, Radolfzell, Singen und Stockach ergab jedoch, dass keiner eine Anmeldung für einen Infostand erhalten habe. Zu seinen politischen Positionen kann also keine Aussage gemacht werden.

Die Kandidatur zum Bundestag ist nicht Helmut Ringgers erster Versuch in der Politik Fuß zu fassen. Schon 2004 kandierte der parteilose Ringger für den Posten des Oberbürgermeisters in Konstanz. Er trat gegen Amtsinhaber und Wahlsieger Horst Frank an. Helmut Ringger bekam 0,2 Prozent der Stimmen. Damals wurde er als arbeitssuchender Industriekaufmann, wohnhaft in Weimar, vorgestellt. Nach der Wahl legte er offiziell Einspruch gegen die Gültigkeit der Wahl ein. Laut Ringger sei die Berufsbezeichnung "arbeitssuchend" rufschädigend, dem SÜDKURIER machte er Vorwürfe, nicht ausreichend über ihn und seine Kandidatur berichtet zu haben. All diese Anschuldigungen waren vom Regierungspräsidium Freiburg als haltlos abgewiesen worden. 2006 wollte Ringger Oberbürgermeister in Karlsruhe werden und erhielt 0,3 Prozent der Stimmen. Zur Bundestagswahl 2009 kandidierte er im Wahlkreis Karlsruhe erstmals für den Bundestag unter der Bezeichnung "Abraxas" und erhielt 0,1 Prozent der Stimmen.