Was der Mettnau ganz klar noch fehlt, ist: ein Bäcker. Jetzt soll sogar das neue Ärztehaus am alten Friedhof in der Haselbrunnstraße eine Laugenweckleaufbackeinheit bekommen und auf der ganzen Halbinsel im Südosten der Stadt gibt es in dieser Hinsicht: nichts. Private Tiefkühltruhen und Backöfen ausgenommen. Man stelle sich vor, auf 180 Hektar gibt es keine einzige Bäckerei. Nicht einmal eine Tankstelle, die so tut als ob. Umgerechnet in einemillionachthunderttausend Quadratmetern klingt das Ergebnis noch erschütternder. Dabei bringt man auf der Mettnau sonst doch alles unter: Kurneubauten, Pflegeheimneubauten, Werftrestaurantneubauten, Anschlussunterbringungsmobilelemente, Wohnmobilstellplatzeinheiten, Kunstrasensportplätze – fehlt noch was? – ah, Amtsgerichtsgartenverwendungsideen und Strandbadverschönerungsvorschläge sowie Kinderspielplatzverkleinerungsprogramme. Will aber einer von der Mettnau eine frische Seele oder einen Doppelwecken zum Frühstück, muss er in die Konstanzer Straße – gerade etwas schwierig – oder in die Stadt radeln. Und die Wohnmobilisten, die da anreisen, werden den Bedarf erst recht anheizen. Wir ahnen schon was auf ihren Internetportalen dann steht: "Kein Bäcker in Rufweite!", ätzt dann "Supertigie" auf Meinwomo.net. Und "Meinwomoistgrößeralsjedeyacht" schiebt auf Pro-Mobil hinterher: "Hier gibt es nicht einmal einen mobilen Brötchendienst und das für 17 Euro die Nacht." Skandal. Arme Mettnau, reiche Stadt. Wer die Brötchen verdient, ist in Radolfzell ganz klar ausgemacht.

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