Die Bora-Sauna erfreut sich großer Beliebtheit. Doch Eigentümer und Betreiber Bernd Schuler will sich nicht auf diesem Erfolg ausruhen. Um die Konkurrenzfähigkeit auch für die nächsten Jahre zu sichern, hält er eine Erweiterung der Anlage direkt am Seeufer für notwendig. So seien die Räumlichkeiten für die Massagen, aber auch das Restaurant in der Sauna für den Besucherandrang mittlerweile zu klein. „Man muss den Leuten zudem heutzutage immer etwas Neues bieten“, sagt er.

Aber auch die Gewohnheiten haben sich in den vergangenen 15 Jahren gewandelt, seit es die Bora-Sauna in Radolfzell gibt. „Mittlerweile gehen rund zwei Drittel der Deutschen regelmäßig in die Sauna. Während man früher aus medizinischen Gründen kam, dient die Sauna heute der physischen und körperlichen Erholung“, führte Bernd Schuler weiter aus. Bisher haben die Gäste in der Bora-Sauna die Wahl zwischen acht verschiedenen Saunen auf dem Gelände mit Seezugang. Die Planungen, die bereits mehrere Jahre alt sind, sehen den Bau eines neuen Gebäudes an der westlichen Grenze vor. Es soll rund 250 Quadratmeter Nutzfläche auf zwei Stockwerken bieten. Gleichzeitig wird das Ruheraumhaus auf dem Gelände entfernt.

Restaurant soll eine zweite Ebene erhalten

Eine zusätzliche Erweiterung betrifft das Sauna-Restaurant, das um eine zweite Ebene aufgestockt werden soll. Die Ausführung des Neubaus soll im Erdgeschoss in Massivbauweise geschehen, das Obergeschoss wird laut den Plänen in Holzbauweise ausgeführt. Der dafür notwendige Bereich auf dem Gesamtgelände der Sauna und dem Hotel Bora wird bisher größtenteils für technische Anlieferungen benötigt.

Laut Bernd Schuler müssten „für den Neubau nur wenige Bäume im angrenzenden Bereich gefällt werden“. Dabei handele es sich praktisch ausnahmslos um Silberweiden, die den Hauptanteil der Bäume in dem Gewann „Streuhau“ ausmachen. Die Pflanzen hatten sich nach der Nutzungsaufgabe der Flächen angesiedelt und sind laut Umweltbericht maximal 15 bis 40 Jahre alt. Bernd Schuler würde die Bäume ohnehin gerne durch hochwertigere Hölzer ersetzen, weil ihn die windanfälligen Weiden auf dem Saunagelände immer wieder zu Sperrungen zwingen.

Bernd Schuler: "Weitaus größere Sauna-Anlage würde nicht funktionieren"

Der Neubau würde nicht nur eine Verlagerung des bisherigen Ruhehauses ermöglichen, sondern auch die Ansiedlung einer Hamam-Massage, die mit viel Wasser ausgeführt wird. Dabei erhält die Haut zugleich ein Peeling, was laut Bernd Schuler „sehr entspannend ist“. Deswegen lautete seine Entscheidung, so etwas auch anbieten zu wollen. Was er nach eigener Aussage künftig nicht will, ist eine weitaus größere Sauna-Anlage, wie es sie in Großstädten zunehmend gibt, die aber seiner Meinung nach in Radolfzell nicht funktionieren würde.

Wirklich klein sind die Bora-Sauna und das gleichnamige Hotel nebenan allerdings auch nicht. Bernd Schuler beschäftigt zusammen in beiden Einrichtungen schon jetzt rund 120 Mitarbeiter. Die hohe Zahl ist in dem Dreischicht-Betrieb und dem 24-Stunden-Dienst an 365 Tagen des Jahres begründet. Neben dieser Erweiterung hat Bernd Schuler auch noch einen Ausbau des Bora-Hotels in der Schublade. Doch das ist vorerst noch Zukunftsmusik.

Pläne liegen bis zum 24. November aus

Konkreter ist das aktuelle Vorhaben. Der Gemeinderats-Ausschuss für Planung, Umwelt und Technik hat am 9. September in seiner öffentlichen Sitzung den Entwurf zum Vorhaben bezogenen Bebauungsplan „Bodenseesauna-Franzosenbad – 2. Änderung“ gebilligt und damit die öffentliche Auslegung beschlossen. Bis zum 24. November haben die Bürger damit die Möglichkeit, sich zur Planung zu äußern.