Das Jubiläumsjahr "775 Jahre Böhringen" wird in besonderer Weise die bevorstehende 14. Radolfzeller Kulturnacht prägen. Unter der Leitung der Böhringerin Victoria Graf entstand zum Jubiläum das Kunstprojekt "7:75 Ortszeit" in der Fritz-Kleiner-Straße. In den denkmalgeschützten, leer stehenden landwirtschaftlichen Gebäuden, dort, wo die neue Böhringer Ortsmitte geplant ist, wollen bekannte Künstler mit ihren Werken einen Blick in die Vergangenheit und in die Zukunft werfen. Hinter den Scheunentoren der Fritz-Kleiner-Straße 3 und in dem angrenzenden Wohngebäude sind einige Künstler bereits kräftig am Werkeln. Anlässlich des Ortsjubiläums wird die Kulturnacht am 2. Oktober um 18 Uhr nicht wie sonst üblich in der Kernstadt eröffnet, sondern auf dem Böhringer Dorfplatz.

"Es war von Anfang an großes Interesse vieler Künstler aus dem Umkreis da, hier mitzumachen. Solche Räumlichkeiten haben einfach einen ganz besonderen Charme", schwärmt Victoria Graf. Sie bereichert in Böhringen mit ihrem Atelier <%LINK auto="true" text=""Die Werkstatt"" href="http://www.victoria-graf.de" target="_blank" title="" %> in der Singener Straße seit zehn Jahren äußerst umtriebig das Kulturangebot. Außerdem hat sie zum Radolfzeller Stadtjubiläum im vergangenen Jahr das große Maskentheater DOX City Radolfzell als Bürgerprojekt initiiert. Die Idee, die mehr als 200 Jahre alten Gebäude, die einmal dem geplanten Gemeinschaftshaus weichen sollen, an der Kulturnacht mit Leben zu erfüllen und für die Besucher zu öffnen, kam von Ortsvorsteher Bernhard Diehl, denn eine andere urige Scheune auf der gegenüberliegenden Straßenseite erfreut sich schon seit mehreren Jahren großer Beliebtheit sowohl bei den Böhringer Künstlern als auch bei den Besuchern.

Mitwirkende wollen Kunst zum Event machen

Victoria Graf wirkt von Beginn an bei der Radolfzeller Kulturnacht mit. Sie leistete auch vor einigen Jahren beim Kulturamt Überzeugungsarbeit, die Nacht der Künste auf die Ortsteile auszudehnen und engagiert sich jedes Jahr mit viel Herzblut und Leidenschaft für das Böhringer Kulturangebot in diesem Rahmen. Mit dem opulenten Jubiläumsprojekt "7:75 Ortszeit", an dem sich mehr als 30 Künstler beteiligen, möchte Victoria Graf unter anderem neueren Formen von Kunst Raum geben – Ausdrucksweisen, die Kunst zum Event machen.

Nur einige Beispiele: Mit dem Mittel der Konzeptfotografie etwa will Jana Akyildiz zur Auseinandersetzung mit dem Ort anregen und die Faszination mit dem Alltäglichen darstellen. Ursula Knapp hat eine besondere Vorliebe für Fassaden und bemalt Abbruchhäuser mit ihren Geschichten. Geheimnisse, die alte Häuser erzählen, haben es Franziska Teufel angetan, die sich der Thematik mit einer Installation aus ihren typischen, in der Formensprache reduzierten Figuren und passenden Textfragmenten nähert. Videokunst, Licht- und Kunstinstallationen, Film und Tanz, "fliegende Gärten" und vieles mehr deuten auf ein großes Spektakel in Böhringen hin, das mit einem schönen Oldtimer-Corso eröffnet werden soll. Weitere Ausstellungsorte in Böhringen für Kultur in vielfältiger Form sind das Rathaus, der Garten von Frank Kramer und die evangelische Kirche sowie das Atelier "Die Werkstatt".

Pendelbus zu den weiteren Schauplätzen

Mit dem Jubiläumsprojekt in Böhringen und den Angeboten in der Kernstadt, in Liggeringen, Markelfingen und Stahringen zeigt sich die Kunst- und Kulturvielfalt der Stadt am 2. Oktober so geballt wie selten. Insgesamt 70 Künstler- und Künstlergruppen beteiligen sich. In der Kulturnacht wird ein kostenloser Pendelbus zur Verfügung stehen, der die weiter entfernten Stationen und die teilnehmenden Ortsteile mit der Kernstadt verbindet. Programmhefte mit allen teilnehmenden Künstlern und genauen Informationen sind ab September in der Tourismus- und Stadtmarketing Radolfzell GmbH, der Stadtbibliothek und im Stadtmuseum erhältlich.