Das neue Jahr ist für Schüler und Berufspendler chaotisch gestartet. Der Wechsel des Dienstleisters im Regionalbusverkehr des Landkreises Konstanz verlief alles andere als reibungslos und hat gleich reihenweise für Verspätungen und Busausfälle (siehe Artikel rechts). Obwohl die Misere im Regionalbusnetz die Nutzer des öffentlichen Nahverkehres hart trifft, wollen die Verantwortlichen des Radolfzeller Stadtbusses von einer Misere nichts wissen. Im Gegenteil: In Radolfzell läuft es rund. Die Südbadenbus GmbH hat den Stadtbusverkehr mit Beginn des Jahres 2020 an die Behringer GmbH Verkehrsbetriebe mit Sitz im Klettgau übergeben.

Das könnte Sie auch interessieren

Und dieser Übergang verlief reibungslos, wie Andreas Reinhardt auf Nachfrage bestätigt. „Wir haben derzeit kaum Problemmeldungen von unseren Busfahrern oder unseren Kunden“, erklärt der Geschäftsführer der Stadtwerke Radolfzell, die den Stadtbus betreiben. Die Schwierigkeiten im Regionalbusverkehr, für den seit dem 1. Januar 2020 die Firma Stadtbus Tuttlingen Klink GmbH zuständig ist, möchte Reinhardt indes nicht kommentieren. Aber in Radolfzell verlaufe der innerstädtische Busverkehr durchweg positiv, wie Reinhardt betont. „Wir haben ein Dienstleistungsversprechen gegenüber unseren Kunden und das wollen und müssen wir auch einhalten“, sagt er. Der größte Unterschied zur Umstellung im Regionalbusverkehr sei laut Reinhardt, dass die Stadtwerke für die kommenden drei Jahre weiterhin Vertragspartner der Südbadenbus GmbH bleibe, die Firma Behringer den Radolfzeller Stadtbusverkehr allerdings als Subunternehmer bis zum Ablauf dieses Zeitraums bewerkstellige.

Geräuschloser Wechsel

Auch Hubert Behringer, Geschäftsführer der Behringer Verkehrsbetriebe, ist mit dem Übergang im Radolfzeller Stadtbusverkehr ebenfalls zufrieden. „Der Wechsel ist geräuschlos vonstatten gegangen“, sagt er. Dies sei aber auch deshalb möglich gewesen, weil man auf die bereits vorhandenen Busse und, was noch wichtiger sei, auf einen Großteil der bisherigen Fahrer zurückgreifen konnte. „Unsere Fahrer kennen ihre Fahrzeuge und vor allem auch ihre Strecken“, so Behringer weiter.

Das könnte Sie auch interessieren

Stadtwerke-Geschäftsführer Andreas Reinhardt ergänzt: „Wir haben bereits frühzeitig mit der Firma Behringer aus dem Klettgau Kontakt aufgenommen, um die Umstellung zum Jahresbeginn 2020 zu planen.“ Die Übernahme des Gros der Busfahrer sei eine Grundvoraussetzung für die Stadtwerke gewesen. Mitunter auch dadurch sei es bisher zu kaum wahrnehmbaren Störungen im Stadtbusverkehr gekommen, ist Andreas Reinhardt überzeugt.

Neues Büro in Radolfzell geplant

Laut Hubert Behringer gibt es Überlegungen, sich in Radolfzell mit einem Büro niederzulassen. Derzeit nutzen die Behringer Verkehrsbetriebe das Areal der Südbadenbus GmbH in der Eisenbahnstraße als Abstellplatz für ihre Busse. „Wir möchten uns gerne in das ehemalige SBG-Gebäude dort einmieten“, so Behringer. Gespräche dazu laufen bereits. „Dann können wir unseren Kunden einen Ansprechpartner in einer geeigneten Geschäftsstelle anbieten“, betont Behringer.

Vertrag mit SBG läuft noch bis 2023

Der Vertrag mit der Südbadenbus GmbH und mit den Behringer Verkehrsbetrieben mit den Stadtwerken laufen noch bis 2023. Doch schon jetzt plant man bei den Stadtwerken für die Zeit danach, wie Andreas Reinhardt verrät. „Wir werden Mitte 2021 damit beginnen, den Nahverkehrsplan für 2023 zu entwickeln“, sagt er. Reinhardt hoffe, dass man sich bis Ende des Jahres 2021 für ein Busunternehmen entschieden habe, das die Radolfzeller ab 2023 fährt. „Dann hat das neue Unternehmen über ein Jahr Zeit die Umstellung zu planen.“

Neue Busse haben eine Wartezeit von bis zu 1,5 Jahren

Gerade mit Blick auf den Klimaschutz sei diese Zeit auch nötig. Denn die Umstellung etwa auf E-Busse brauche seine Zeit. Reinhardt rechnet vor, dass die Wartezeit auf einen elekronischen Bus bis zu 1,5 Jahre dauern kann. „Radolfzell ist nicht Köln oder München und steht auf den Listen nicht an erster Stelle“, sagt er.

Erklärtext – Titel 1sp über zwei Zeilen