Es gibt kein deutsches Wort für die Dinner-Party. Doch im Grunde war der letzte Abend des vierwöchigen Zunfthaus-Sommers der Narrizella Ratoldi genau diesem Veranstaltung-Typ gewidmet. Die Narrenzunft nennt diesen Abend: Baden trifft. Diesmal traf Baden auf Südtirol.

Der Erfolg dieser restlos ausverkauften Abendveranstaltung lag wohl darin begründet, dass der Gastgeber sich im Regelwerk gelungener Dinner-Partys auskennt und die Bedürfnisse seiner Gäste nicht nur kennt, sondern auch zu bedienen weiß – und zwar im Stil uriger Radolfzeller Geselligkeit und Unterhaltung. Die in der vollbesetzten Remise verbreitete gute Laune war bis auf die Seestraße hörbar und zog über den Abend hinweg weitere 40 Passanten an. Die neugierigen Gäste wurden nicht abgewiesen. Sie konnten an der Bar im abgetrennten Vorraum zur Kunstbühne die fröhlich ausgelassene Stimmung bei kühlen Getränken genießen.

Beim Dreigänge-Menü unterhielten die Schlegele Kings die Gäste dreieinhalb Stunden lang mit Klassikern aus den 1950er- und 1960er-Jahren. Für das herzhaft rustikale und reichhaltige Essen fertigten die Zunft für jede Tafel ein 120 Zentimeter langes Vesperbrett auf hohen Stelzen an, unter dem auch Weizengläser Platz fanden. Zur Erinnerung an den Abend durften die Gäste ihr persönliches und mit dem Zunft-Signet gebranntes Vesperbrett nach Hause nehmen.

Auf der urigen Dinner-Party bediente der Narrenrat. Liebevoll und sehr kreativ bereitete der Wirtschaftsausschuss das Essen vor. Zwischen den Gängen gab es Proben ausgewählter Weine aus Südtirol.

Narrenpräsident Martin Schäuble zog nach der Veranstaltung ein überaus positives Resümee: „Eine Erfolgsgeschichte setzt sich fort.“ Mit den Freitagsveranstaltungen möchte die Narrizella signalisieren, dass sie nicht nur ein Narrenverein für die Fasnacht sind, sondern dass sie auch unter dem Jahr ein kulturelles Angebot für die Bürger bietet und auch den Bedarf nach regionalen Künstlern bedient.