Die Werner und Erika Messmer-Stiftung hat in diesem Jahr ihre bislang größte Zuwendung für den Bildungsbereich verteilt. Mit 265 000 Euro werden 57 Projekte an 26 Schulen und vier weiteren Bildungseinrichtungen gefördert. Die Summe entspricht etwa einem Drittel der diesjährigen Gesamtausschüttung. Seit 2014 wurden Schulprojekte mit insgesamt 800 000 Euro bedacht.

Bildungsmöglichkeiten seien eine Investition in die Zukunft, begründete Gunter Langbein vom Stiftungsrat die Entscheidung. Bildung sei die wichtigste Ressource Deutschlands und ein guter Bildungsweg ausschlaggebend für ein selbstbewusstes Leben, stimmte Bürgermeisterin Monika Laule zu. Wie bereits in den vergangenen Jahren gingen zahlreiche Anträge für digitale Ausstattung in den Schulen bei der Stiftung ein.

Petra Bialoncig vom Stiftungsvorstand erläuterte, der Bildungsplan sehe Unterricht mit digitalen Medien in fast allen Fächern vor. Medienbildung sei heute eine Schlüsselqualifikation. Wie der Schritt ins digitale Zeitalter an den Schulen zu meistern sei, darin seien Kommunen allerdings weitgehend auf sich allein gestellt, bedauerte Laule. Sie dankte der Stiftung für ihr Engagement.

Beispiel Grundschule Markelfingen: Viel Vorarbeit für Tablet-Rechner

Johanna Seib, Leiterin der Grundschule Markelfingen, berichtete am Beispiel ihrer Schule, wie viel Vorbereitung nötig ist, bevor Schüler mobile Endgeräte wie Tablets im Unterricht nutzen können. Zunächst musste geprüft werden, welche Technik zum Einsatz kommen soll. Vom Kreismedienzentrum lieh die Schule verschiedene Geräte aus. Als Grundausstattung wurden Beamer, Leinwände, Dokumentenkameras und Lautsprecher installiert.

Nachdem die technischen Voraussetzungen für die Nutzung der Tablets geschaffen waren, bewilligte die Messmer-Stiftung den Antrag für die Finanzierung von 30 Tablets sowie Bildschirmen und Tastaturen. Tim Gehring und Noah Dietze, die beide die Grundschule Markelfingen besucht haben und mittlerweile in die sechste Klasse der Schule Schloss Gaienhofen gehen, haben dort bereits Erfahrung im Umgang mit Tablets gesammelt. Geschickt führten sie verschiedene Anwendungen vor, mit denen sie Notizen und Videos machen, Präsentationen vorbereiten, digitale Bücher nutzen.

Technik ist jedoch nicht der einzige Bereich, für den die Messmer-Stiftung spendet. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der musikalischen und künstlerischen Bildung. So erhalten mehrere Schulen eine Finanzspritze für Chor und Schulband. An der Tegginger Schule startet ein Tanzprojekt für geflüchtete Kinder und Jugendliche. Andererseits setzt die Schule auf Traditionspflege. Eine Arbeitsgruppe wird auch in diesem Jahr Klepperle für die Fasnacht herstellen. Und schließlich ist ein Schwarzlichttheater vorgesehen. Petra Bialoncig fragte nach, warum die Wahl der Schule vor allem auf Kunst fiel. "Theater zaubert ein Lächeln in die Gesichter der Kinder. Das kann ein Laptopkoffer nicht", erklärte Stefan Leininger, stellvertretender Schulleiter.

Und es gab einige außergewöhnliche Projekte: Die Gerhard-Thielcke-Realschule will ihre Schüler durch ein Benimmtraining und Nachdenken über Werte fit für die Zukunft machen. Die Mettnau-Schule wird für ihre Partnerschaft mit Georgien unterstützt und die Storchenschule in Böhringen hat sich Obst und Milchprodukte gewünscht.