100 Meter Ausstellungslänge im Zunfthaus, neun Hobby-Künstler und eine Kulturnacht. Auch dieses Jahr finden sich in Radolfzell wieder Künstler aller Art in der Stadt und den umliegenden Ortsteilen ein. Darunter auch die Künstergruppe Art:Ligg aus Liggeringen. Bereits letztes Jahr hat die Gruppe bei der Radolfzeller Kulturnacht im Torkel in Liggeringen eine Ausstellung präsentiert. Dieses Jahr zieht es sie in das Zunfthaus im Stadtkern.

Platz ohne Ende für die Künstler

Für die bunte Gruppe um die Künstlerin Lisa Steinmetz gehe damit ein Traum in Erfüllung, wie das Gründungsmitglied Detlev Eilhardt erklärt. Sie würden mit deutlich mehr Besuchern als im Vorjahr rechnen. Weil die Straßengalerie dieses Jahr auf eine Bespielung verzichtete, bot sich diese besondere Gelegenheit für die Hobby-Künstler.

Der Torkel in Liggeringen wäre für die Vereinigung nicht mehr in Frage gekommen. Zu groß war der Aufwand für einen Abend und zu klein war die Besucherzahl im letzten Jahr. Denn das Augenmerk der Besucher liege vor allem im Stadtkern von Radolfzell und in Böhringen. Das Zunfthaus biete Platz ohne Ende und jede Menge Möglichkeiten für die kreative Arbeit der Kunstschaffenden.

Neun Künstler mit breitem Spektrum

Die 2006 gegründete Künstlevereinigung Art:Ligg besteht aus neun Künstlern, die sich allesamt an der diesjährigen Ausstellung im Zunfthaus beteiligen. Sie bieten ein breites Spektrum an Kunstwerken. Miriam Mangold aus Radolfzell, die sich häufig durch ihre nahe Umgebung inspirieren lässt und ihre Empfindungen in starken Acrylfarben auf die Leinwände projiziert. Sabine Saur, die Eindrücke ihrer Reisen in unterschiedlichen Techniken ausdrückt und sich durch große Künstler wie Van Gogh inspirieren lässt.

Klaus Lindenau, der seine Aufmerksamkeit dem Ungesehenen widmet und Gerlinde Lehmann mit ihrer Enkaustik, einem aus der Antike überlieferten Einbrenn-Verfahren. Mit dabei sind auch Anita Joos sowie Bettina Frank, deren Reliefs aus Holz und Pappmaché fast schwerelos wirken. Ingrid Rinker aus Möggingen ist bekannt durch ihre teilweise humorvoll angelegten Skulpturen und wird neben den Stille-vermittelnden Gemälden von Lisa Steinmetz und Detlev Eilhardts popartigen Comics das Ensemble vervollständigen.

Kunst ist wie Kommunikation

Die Kunst, so erklärt Eilhardt, ist wie eine Kommunikation zwischen Künstler und Betrachter. Er lasse sich durch seine Umwelt, seine Gefühle und manchmal auch durch andere Kunst inspirieren. Durch seine Bilder transportiere er das nach außen. Die Fertigung eines Gemäldes würde zwischen zehn Minuten und (mit Unterbrechungen) drei Jahre in Anspruch nehmen, erzählt der Pop-Art Künstler. Der aufregendste und spannendste Moment sei für ihn der Moment vor der weißen Leinwand, bevor der erste Strich gezogen werde.

Die Kulturnacht in Radolfzell findet dieses Jahr am Mittwoch, 2. Oktober, von 18 bis 24 Uhr statt. Der Eintritt ist kostenlos. Im Stadtkern, in Böhringen sowie in Markelfingen und Möggingen gibt es an verschiedenen Orten Kunst aller Art zu bestaunen. Es steht ein kostenloser Bus-Shuttleservice zur Verfügung, der die weiter entfernten Stationen und die teilnehmenden Ortsteile mit der Kernstadt verbindet. Das Programmheft dient als Fahrtkarte zur kostenlosen Nutzung des Stadtbuses. Weitere Informationen gibt es auf der Webseite der Kulturnacht Radolfzell