Anja Matuszak hat es geschafft – sie wird in in Zukunft im Radolfzeller Gemeinderat sitzen. Dass sie dabei die Freie Grüne Liste vertritt, wo sie seit den Anfangszeiten Mitglied ist, ist kein Wunder: Das Herz der gelernten Biologin schlägt seit jeher für den Natur- und Klimaschutz. Lange Zeit war sie im NABU-Vorstand aktiv, heute betreut sie zwei Schutzgebiete.

Umweltschutz soll eine Rolle spielen

Sie hält es für wichtig, sich zu engagieren, sowohl in dem Verein als auch politisch. Von 2004 bis 2008 saß sie schon einmal im Gemeinderat, ehe sie sich aus beruflichen Gründen von ihrem Amt verabschieden musste und sich zunächst nicht mehr aufstellen ließ. Dass sie jetzt aber die nächsten fünf Jahre die Gelegenheit hat, aktiv das Radolfzeller Stadtgeschehen mitzugestalten, möchte sie nutzen. Besonders wichtig ist ihr, dass der Umweltschutz bei den Entscheidungen des Gremiums eine Rolle spielt – und eine soziale Ausgewogenheit.

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Sie wolle den Menschen klar machen, dass ein klimafreundliches Leben auch mit besserer Lebensqualität einhergehen könne. Durch die richtigen Entscheidungen könne beides gefördert werden – zum Beispiel durch neue Parkmöglichkeiten mit Solardächern, bei denen zugleich auch Strom gewonnen werden kann. Ebenso verhalte es sich mit einem komfortableren öffentlichen Nahverkehr oder attraktiveren Angeboten für Radfahrer und Fußgänger. Wer Fahrrad fährt oder zu Fuß unterwegs ist, ist fitter, das weiß Anja Matuszak aus eigener Erfahrung. Lange Zeit war sie fast täglich mit dem Fahrrad zwischen Radolfzell und Konstanz unterwegs, um zu ihrer damaligen Arbeitsstelle an der Universität zu pendeln. „Wir können auch hier viel tun“, appelliert Matuszak. Sie hofft, dass Radolfzell sich die Stadt Konstanz als Beispiel nimmt und den Klimanotstand ausruft und damit den Klimaschutz unterstützt. „Drum herum reden geht nicht.“ Stattdessen müsse gehandelt werden.

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Dass die Radolfzeller Bürger ihr durch die Wahl die Chance gegeben haben, ein solches Handeln voran zu treiben, freut Anja Matuszak. Aber diese Möglichkeit bringt auch Verantwortung mit sich. „Jetzt haben mich die Leute gewählt, jetzt muss ich auch liefern“, weiß Matuszak. „Da habe ich natürlich Respekt.“ Dennoch sei sie gespannt auf ihre zweite Amtszeit als Stadträtin. Sie freue sich darauf, mit den anderen Fraktionen ins Gespräch zu kommen und über die unterschiedlichesten Themen zu diskutieren – auf eine offene und freundliche Art und Weise. Zwar habe sie selbst oft eine klare Haltung zu bestimmten Anliegen, allerdings sei sie bereit, andere Meinungen kennen zu lernen und sich mit den Räten auszutauschen. „Ich muss die Meinung nicht teilen, aber ich kann das oft verstehen“, erklärt Matuszak. Aus früherer Erfahrung habe sie das Gefühl, dass ein Austausch im Gemeinderat gut möglich ist.