Passend zum Beginn der Fastnachtsphase hat der Präventionsrat der Stadt Radolfzell die Fortführung der Kampagne für die Radolfzeller Festkultur angekündigt. Damit will man vor allem für einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Rauschmittel Alkohol werben. Allen Beteiligten ist klar, dass man damit "dicke Bretter zu bohren hat", wie Nina Breimaier, Vorsitzende des Präventionsrates, bei einem Pressetermin sagte. Obwohl man bereits im Jahr 2010 die Radolfzeller Festkultur ins Leben gerufen habe, sei man längst nicht soweit, Entwarnung geben zu können: "Nachdem es etwas ruhiger war, nimmt der Alkoholkonsum unter jungen Menschen wieder zu", erklärte Willi Streit, Leiter des Polizeireviers. Er plädierte daher dafür, "die Kultur des Hinsehens wieder stärker zu machen". Generell wolle er die Erwachsenen von der Problematik nicht ausklammern: "Die stehen den Jugendlichen in nichts nach", befand er. Seine Behörde sei zwar bei den Veranstaltungen vor Ort, um gezielt Kontrollen durchzuführen, aber der übermäßige Konsum von Alkohol sei ein "gesamtgesellschaftliches Problem".

"Du bist Vorbild!"

Genau aus diesem Grund möchte der Präventionsrat mit der Kampagne nun wieder stärker in die Öffentlichkeit rücken. In erster Linie werden das die großen Plakate sein, die wie im Vorjahr in acht Bushaltestellen der Stadt vom 20. Februar bis zum 4. März zu sehen sein werden. Mit dem Ausspruch: "Du kannst nicht verhindern, dass deine Kinder trinken. Aber du kannst ihnen den verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol beibringen. Du bist Vorbild!", beweist der Präventionsrat dabei viel Realitätssinn. Zusätzlich werden die Busse der Stadtwerke mit den Plakaten ausgestattet. Sie appellieren an die Verantwortung der Erwachsenen, Kindern und Jugendlichen einen verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol vorzuleben.

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Gleichzeitig wird man in den Schulen Broschüren verteilen, die die Leitlinien der Festkultur zum Allgemeingut werden lassen sollen. Darin wirbt man für eine Festkultur, die allen Beteiligten gerecht wird, indem sie sich an Regeln halten. Dazu gehört unter anderem ein klar definiertes Veranstaltungsende sowie eine gründliche Organisation, die dem Veranstalter Kontrollen ermöglicht und frühzeitig Schwierigkeiten vermeidet. Und natürlich der verantwortungsvolle Umgang mit Alkohol, der nach wie vor ein entscheidender Faktor bei Festen spielt, wenn es um die Qualität der Veranstaltung geht. "Je besser man die Jugend dabei einbindet, desto weniger Nebenschauplätze entwickeln sich", wusste Eva-Maria Beller, Leiterin der Abteilung Kinder und Jugend, aus der Erfahrung zahlreicher Veranstaltungen zu berichten. Zumindest in den Führungsetagen und bei Vorständen der Vereine ist man mit den Leitlinien der Radolfzeller Festkultur angekommen. In diesem Jahr haben sich weitere Vereine und Organisationen dem Aufruf angeschlossen und werben nun für das gelungene Miteinander und den maßvollen Umgang mit dem Alkohol.