Lange Zeit war es unsicher, ob es zur Mögginger Ortschaftsratswahl genug Kandidaten für die acht zu vergebenden Sitze geben wird. Nun haben sich doch 13 Bewerber finden lassen. Bei der Aufstellungsversammlung im ehemaligen Mögginger "Adler" stimmten die Anwesenden einstimmig der Kandidatenliste zu. Sieben der 13 Kandidaten kandidieren zum ersten Mal. Anders als in den Jahren zuvor haben sich die Mögginger entschieden, in diesem Jahr nicht mit zwei, sondern nur mit einer Liste anzutreten, als nichtmitgliedschaftliche Wählervereinigung Dorfgemeinschaft Möggingen. Seit einer Gesetzesänderung dürfen sich bis zu 16 Kandidaten aufstellen lassen.

Die jüngste Kandidatin ist 30 Jahre alt

Eine der sechs Frauen, die sich der Kommunalwahl stellen wollen, ist die 30-jährige Janina Bembenek. Sie ist "die Neue" im Dorf und repräsentiert die jüngere Generation. Bembenek tritt zum ersten Mal an. "Ich bin weit unter dem Altersdurchschnitt, der bei weit über 50 Jahren liegt, und ich bin auch mit Abstand die jüngste Kandidatin", erklärte sie bei der Aufstellungsversammlung nicht ohne Stolz. Erst seit vergangenem November darf sie sich offiziell als Möggingerin bezeichnen, nichtsdestotrotz fühlt sie sich im Dorf bereits sehr wohl. "Ich fühle mich angekommen", so Bembenek. Selbstbewusst stellt sie sich den kritischen Blicken der "Alteingesessenen", denn sie will etwas bewegen: "Ich will Möggingen mitgestalten, das Dorf bunter machen und auch für die jüngere Generation was bewegen."

Kompliment an die Offenheit der Mögginger

Ebenfalls zum ersten Mal stellen sich zur Wahl: Marga Zeber, Ralf Stolz, Cornelia Schorn, Klaus Merk, Anja Matuszak und Jürgen Karrer. Obwohl Anja Matuszak bereits seit zweieinhalb Jahren in Möggingen wohnt, ist sie vielen noch unbekannt. Als Biologin zog es sie aufgrund ihrer Arbeit an der Vogelwarte nach Möggingen. Schön findet Matuszek, dass Möggingen offen ist für andere Leute. Sie kandidiert um einen Sitz im Ortschaftsrat, weil: "Ich will versuchen Dinge mit auf den Weg zu bringen." Matuszaks Ehrgeiz beschränkt sich nicht nur auf eine Kandidatur für den Ortschaftsrat, auch um einen Platz im Gemeinderat will sie sich bemühen, um, so Matuszek, die Mögginger in Radolfzell zu vertreten.

Jürgen Karrer hat sich spontan entschlossen für den Ortschaftsrat zu kandidieren. Eigentlich, meint er, habe er sich nur aufstellen lassen, damit es mehr Kandidaten gibt. Doch auch ohne Beteiligung am Ortschaftsrat habe er schon viel fürs Dorleben getan. Ob Karrers Plan aufgeht oder er doch in den Ortschaftsrat gewählt wird, entscheiden aber die Wähler.