Mit einer rundum positiven Bilanz ging am Sonntag der Radolfzeller Christkindlemarkt zu Ende. Seit Donnerstag waren an vier Tagen mehrere tausend Menschen auf den Marktplatz, in die Rathausstraße und die Schützenstrasse geströmt, um sich an 70 Ständen des Marktes zu vergnügen. Bei der Auswahl der Marktbeschicker hatte die Aktionsgemeinschaft als Veranstalter des Christkindlemarktes einmal mehr darauf geachtet, nur ausgesuchte und vornehmlich kunsthandwerklich orientierte Händler einzuladen.

Zufriedene Gesichter bei den Hauptberantwortlichen: Bernhard Kirchner (links), Leiter des Arbeitskreises Christkindlemarkt und der kommissarische Vereinsvorstand Andreas Joos zogen gestern eine positive Bilanz. Bild: Gerald Jarausch
Zufriedene Gesichter bei den Hauptberantwortlichen: Bernhard Kirchner (links), Leiter des Arbeitskreises Christkindlemarkt und der kommissarische Vereinsvorstand Andreas Joos zogen gestern eine positive Bilanz. | Bild: Jarausch, Gerald

Mit dem Motto „Klasse statt Masse“ ist man sich treu geblieben und hat erneut viel Lob von den Besuchern geerntet. Allein durch die Anwesenheit der mehreren tausend Besucher, die an den vier Tagen in Radolfzell zu Gast waren, kann man sich bestätigt fühlen. „Vor allem am Samstag war extrem viel los“, berichtete Bernhard Kirchner, Leiter des Arbeitskreises Christkindlemarkt, am Sonntagmittag auf Nachfrage des SÜDKURIER. Aber auch sonst zeigte er sich hochzufrieden mit dem Verlauf der Veranstaltung. „Alles lief ganz toll und friedlich – so wie wir das in Radolfzell gewohnt sind“, sagte er.

„Schneeflocken“ überall

Rund 25 Mitglieder der Radolfzeller Aktionsgemeinschaft waren vor und während des Christkindlemarktes rund um den Münsterplatz aktiv. Allen voran Bernhard Kirchner, der seit 20 Jahren die Geschicke der Veranstaltung leitet. Obwohl er an den Tagen der erste Verantwortliche vor Ort ist und auch einer der letzten, die nach Veranstaltungsende den Marktplatz verlassen, ist er selbst überaus bescheiden.

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Immerhin lobt der kommissarische Vereinsvorsitzende, Andreas Joos (siehe Infokasten) das aufopferungsvolle Wirken von Kirchner: „Ohne ihn wäre das Alles wahrscheinlich gar nicht möglich“, befand er am Sonntag. Sein eigener Einsatz reichte von der Begrüßung der Gäste bei der offiziellen Eröffnung am Donnerstag bis hin zum Ausgabedienst des Schneeflockengewinnspiels. Dort durften sich alle, die eines der begehrten Lose ergattert hatten, die Preise abholen. Am Sonntagmittag, als um 13 Uhr das letzte Mal die Meringentütchen mit den Losen verkauft wurden, stieg die Spannung dann noch einmal an. Denn der Hauptpreis von 500 Euro war bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht ausgegeben worden.

Ausgabe der Lostütchen am Stand der Aktionsgemeinschaft: Hier herrschte immer für wenige Minuten ein großer Andrang, bis das Kontingent vergeben war. Bild: Gerald Jarausch
Ausgabe der Lostütchen am Stand der Aktionsgemeinschaft: Hier herrschte immer für wenige Minuten ein großer Andrang, bis das Kontingent vergeben war. | Bild: Jarausch, Gerald

Besonders erfreut waren die Verantwortlichen und Marktbeschicker in diesem Jahr über das gute Wetter, das während der Christkindlemarkt-Tage herrschte. Sie alle erinnerten sich nur ungern an das Vorjahr, als es am Samstagabend und Sonntag auf dem Marktplatz regelrecht stürmte und Niederschläge einsetzten. „Wir sind alle sehr zufrieden“, resümierte Marktbeschickerin Jana Grünwald. „Aber das liegt wohl auch am Wetter“, ergänzte sie.

Die kunsthandwerklichen Waren zogen einmal mehr das Interesse der Besucher auf sich. Bild: Gerald Jarausch
Die kunsthandwerklichen Waren zogen einmal mehr das Interesse der Besucher auf sich. | Bild: Jarausch, Gerald

Ähnlich positiv sah man den Verlauf an den beiden Ständen des Lions Club Radolfzell: „Es läuft super, wir liegen bereits jetzt über dem Vorjahr“, sagte Michael Kowalski, der am Getränkestand duftenden Punsch, heißen Glühwein und andere Getränke ausgab. Vor allem zu den Stoßzeiten um die Mittagszeit und ab 16.30 Uhr, nachdem die zusätzlichen Lichter auf dem Marktplatz für eine besonders stimmungsvolle Atmosphäre sorgten, herrschte hier reger Betrieb und er kommt mit dem Nachschenken kaum mehr nach.

Klein aber fein

Über mangelnden Zuspruch und entsprechend gute Verkaufszahlen freute sich auch Ines Happle, die an ihrem Stand „Seehölzle“ Holzobjekte aus Treibholzgut verkaufte. „Ich finde den Radolfzeller Christkindlemarkt sehr ansprechend. Nicht zu groß und nicht zu klein ist der Christkindlemarkt„, sagte sie. Für sie, die den Verkauf der Objekte im Nebenerwerb betreibt, ist auch die kurze Dauer der Veranstaltung ein echter Vorteil. „Das ist nur ein Hobby. Ich könnte gar nicht mehrere Wochen auf einen anderen Weihnachtsmarkt“, verriet sie auf Nachfrage. Das Resümee für diese Jahre fiel deshalb auch bei ihr entsprechend positiv aus: „Wir sind sehr zufrieden“, ließ Marktbeschickerin Ines Happle wissen.