Kommunalpolitiker, Pädagoge, Narr, sozialer Mensch – Herbert Tägtmeier war in vielen Bereichen eine prägende Persönlichkeit für Radolfzell. Am 31. Juli ist er, nur einen Tag nach seinem 69. Geburtstag, plötzlich verstorben. Herbert Tägtmeier hinterlässt seine Ehefrau und seine Tochter. Radolfzell wiederum verliert einen Mann, der sich über Jahrzehnte hinweg für Belange der Stadt eingesetzt hat, für den das Engagement in der Politik und für andere Teil der Persönlichkeit war.

Ein Politiker durch und durch

Wie vielfältig das Wirken von Herbert Tägtmeier für Radolfzell war, wird schnell deutlich, wenn man mit alten Weggefährten spricht: Er war ein Vierteljahrhundert, von 1989 bis 2014, als Stadtrat tätig. Als Kreisrat, Fraktionsvorsitzender der CDU im Radolfzeller Gremium und langjähriger OB-Stellvertreter hat er sich über viele Jahre hinweg für die Zukunft Radolfzells eingesetzt. „Er war ein Politiker durch und durch“, sagt Stadtrat Helmut Villinger über seinen langjährigen Sitznachbarn im Gremium. Villinger bezeichnet den Verstorbenen als wortgewaltigen Politiker, der ihm in seiner ersten Legislaturperiode 2009 als Politik-Neuling viel beigebracht habe. „Er war kein Mann der leeren Phrasen“, so Villinger. Ihn persönlich habe die Nachricht von seinem Tode schwer getroffen, da er sich bei dem bekennenden Frankreichliebhaber Tage zuvor noch Tipps für seinen Korsika-Urlaub geholt habe.

Gutes Gespür bewiesen

Auch SPD-Stadtrat Norbert Lumbe zeigte sich von der Nachricht betroffen. Er beschreibt die gemeinsame Zeit im Gemeinderat als „anregende Herausforderung“. Und dies nicht mit negativem Hintergrund: „Herbert Tägtmeier war ein politisches Schwergewicht.“ Bei aller unterschiedlichen Bewertungen von kommunalen Verfahren, gab es in vielerlei Hinsicht auch große Gemeinsamkeiten über die Parteigrenzen hinaus. Tägtmeier sei ein Politiker gewesen, der ein gutes Gespür für die Möglichkeiten als Fraktionsvorsitzender der größten Partei im Gemeinderat gehabt hatte, so Lumbe weiter.

Ein Aktivposten im Vereinsleben

Neben seinem politischen Wirken, gab es aber auch den Herbert Tägtmeier, der sich im Vereinsleben und Bildungswesen der Stadt eingebracht hat. 2016 wurde er nach 43 Dienstjahren als Pädagoge in den Ruhestand verabschiedet. Über mehrere Jahre hatte er die Geschicke der Hausherrenschule als Schulleiter geleitet. Über 15 Jahre war Herbert Tägtmeier auch als Geschäftsführenden Schulleiter für die Radolfzeller Schulen tätig. Neben seiner Leidenschaft für seine Frankreichreisen, war er ein fester Bestandteil der Narrizella und des Jumelage-Komitees. „Täggi war ein Aktivposten in unserer Zunft als Mitglied der Hansele und als Vorsitzender der Fördervereins“, erzählt Narrenpräsident Martin Schäuble. Er berichtet auch davon, dass es Überlegungen gab, unter Federführung Tägtmeiers einen Ausflug der Zunft nach Istres zu organisieren. „Dazu wird es nun wohl nicht mehr kommen“, so Schäuble.