Ein Blick in die Markelfinger Dorf-Chronik zeigt eine spannende Entwicklung in den letzten 50 Jahren vom „verträumten Dorf zur modernen Wohngemeinde“, mit stetig zunehmendem Fremdenverkehr. Neben den Gasthöfen Kapelle, Kreuz, Schützen und Krone sowie Café Diener mit Gästezimmern gab es ein reichhaltiges Angebot an Privatzimmern mit Frühstück. Geregelt wurde dies ab 1968 im eigens eingerichteten Verkehrsamt im Rathaus Markelfingen – damals noch eigenständige Gemeinde mit Bürgermeister und Gemeinderat. In Zusammenarbeit mit Omnibusbetrieben wurden Bus-Reisende ins Dorf geholt – eine besondere Attraktion war in dieser Zeit die Cactus-Ranch der Familie Kleiner. Ein Flyer für Markelfingen wurde entwickelt, ebenso eine handliche Broschüre als kleiner Urlaubsberater.

Im Landesentwicklungsplan war Markelfingen seinerzeit einmal als Gemeinde im Verdichtungsbereich Konstanz-Radolfzell-Singen und zum anderen als Gemeinde im Uferbereich des Bodensees geführt. Das erste bedeutete für den Ort den weiteren Ausbau als Wohngemeinde, das zweite die Schaffung von Erholungseinrichtungen für den immer stärker werdenden Besucherstrom. Zur Verschönerung des Ortsbildes wurde besonders in den Jahren 1964 bis 1972 viel investiert, so in den neugestalteten Bahnhofs-Vorplatz, die Erweiterung und den Ausbau des Bade- und Zeltplatzes, den Sportplatz-Neubau mit Sportheim und den Ausbau des Seeuferwegs nach Radolfzell.

Als Tourismusort wichtig für die Stadt

1972 wurde auf Vorschlag der Verwaltung beschlossen, das bisherige Verkehrsamt aus dem Rathaus herauszunehmen und einen Verkehrsverein zu gründen. 1974 wurde Markelfingen Ortsteil von Radolfzell. Der Verkehrsverein blieb jedoch eigenständig. Auch als Ortsteil blieb Markelfingen für Feriengäste attraktiv mit etwa 40 Prozent der Übernachtungen – gemessen an der Kernstadt.

Vor einem Haus mit Ferienwohnungen und Landschaftsgemälde in der Markelfinger Gnadenseestraße stehen (von links): Heidrun Nagel, Horst Deggelmann (ehemals Vorsitzender des Verkehrsvereins), Sonya Dummel und Gertrud Jäckle. Alle drei Frauen waren langjährige Geschäftsführerinnen des Verkehrsvereins. Bild: Sieglinde Jentsch
Vor einem Haus mit Ferienwohnungen und Landschaftsgemälde in der Markelfinger Gnadenseestraße stehen (von links): Heidrun Nagel, Horst Deggelmann (ehemals Vorsitzender des Verkehrsvereins), Sonya Dummel und Gertrud Jäckle. Alle drei Frauen waren langjährige Geschäftsführerinnen des Verkehrsvereins. Bild: Sieglinde Jentsch | Bild: Verkehrsverein

Dafür sorgte nicht zuletzt der rührige Verkehrsverein mit Sonya Dummel und Heidrun Nagel, die als Geschäftsführerinnen nachfolgten, sowie der unermüdliche Vorsitzende Horst Deggelmann, der über viele Jahre hinweg immer wieder neue Impulse gab. Unter der Internet-Domain www.markelfingen.de entstand schon bald eine eigene Homepage und neben dem Touristik-Büro am Bahnhof hing ein Schaukasten für die aktuellen Belegungen. Die ersten Gästebegrüßungsfahrten starteten seinerzeit am Markelfinger Steg, und diese persönliche Begrüßung und Betreuung der Feriengäste kam sehr gut an.

Nach 50 Jahren Verkehrsamt beziehungsweise Verkehrsverein erfolgte nun eine Umwandlung des Vereins mit geändertem Namen und neuer Zielsetzung. Unter der Bezeichnung „Markelfingen attraktiv“ und in Zusammenarbeit mit der Tourismus GmbH in Radolfzell sollen künftig alte und neue Attraktionen zusammengefasst werden – zum Wohle der Gäste, aber auch für die einheimische Bevölkerung.