Auf diesen Moment hat nicht nur der Ortschaftsrat Stahringen, sondern haben vor allem die zahlreichen Bauinteressenten lange gewartet: den Start der Vermarktung der Grundstücke des Baugebiets „Unterm Freiwiesle“. Nach dem Ortschaftsrat hat auch der Gemeinderat der Vermarktung der Grundstücke zugestimmt. Der Quadratmeterpreis für freistehende Einfamilienhäuser und Doppelhaushälften ist auf 300 Euro, der Quadratmeter Bauplatz für den Geschosswohnungsbau ist auf 320 Euro festgelegt worden. Hinzu kommen die Erschließungskosten, die im Gemeinderat mit zu erwartenden 50 Euro angegeben wurden.

Sieben Einfamilienhäuser und 14 Doppelhaushälften

Petra Ohmer, Leiterin des Dezernats Zentrale Dienste in der Stadtverwaltung mit Zuständigkeit für die Liegenschaften, legte in der Sitzung des Stahringer Ortschaftsrats eine Beschlussvorlage zur Vermarktung und zu den Verkaufspreisen für das Baugebiet „Unterm Freiwiesle“ vor. Konkret ging es im Baugebiet um die Vermarktung von sieben Einfamilienhäusern sowie 14 Doppelhaushälften. Überraschend kam für die anwesenden Bauinteressenten die Information, dass früheren Eigentümern aufgrund des Rückerwerbsrechts jeweils zwei Bauplätze zur Auswahl angeboten worden sind. Dieses Recht gilt unter der Voraussetzung, dass sie selbst, ihre Kinder oder Enkel innerhalb von drei Jahren ein Haus bauen und dieses auch selbst für mindestens zehn Jahre bewohnen.

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Der in der Beschlussvorlage festgelegte Grundpreis von 300 Euro pro Quadratmeter sorgte seitens der Ortschaftsräte für Diskussionen. Zu Beginn der Planungen war ein Grundpreis von 240 Euro pro Quadratmeter vorgesehen. Petra Ohmer erläuterte, dass der erhöhte Preis anhand eines Bodengutachtens festgelegt worden sei. Ortschaftsrat Nico Weber stellte den Antrag, den Preis auf 280 Euro zu senken. Schließlich hätten die Familien mit einem wesentlich geringeren Preis geplant. Der Antrag wurde von den Räten mit sechs Ja-Stimmen angenommen.

Die Familienförderung

Allerdings wollte sich der Gemeinderat Radolfzell diesem Ansinnen nicht anschließen. Stadtrat Bernhard Diehl (CDU) verwies auf die „sehr moderate Preisentwicklung“, Dietmar Baumgartner (Freie Wähler) auf die „sehr gerechten Grundstückspreise“. Zudem gibt es die Möglichkeit der Familienförderung. Der Grundpreis von 300 Euro reduziert sich um jeweils 10 Euro pro Quadratmeter für das erste Kind, 15 Euro für das zweite Kind sowie 20 Euro pro Quadratmeter für jedes weitere Kind.

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Der Antrag der Freien Grünen Liste, den Quadratmeterpreis auch für die Einfamilienhäuser auf 320 Euro anzuheben und ihn damit vergleichbar mit den Baugrundstücken im Tal in Markelfingen zu machen, fand keine Mehrheit im Gemeinderat. In Markelfingen werden Preise zwischen 320 Euro und 360 Euro für den Quadratmeter aufgerufen. Stahringens Ortsvorsteher Jürgen Aichelmann sah für die unterschiedliche Bewertung der Grundstückspreise durchaus einen Grund: „Seesicht werden wir im Gegensatz zu Markelfingen in Stahringen nie bekommen.“ Stadträtin Anja Matuszak erkundigte sich angesichts der Wetterkatastrophen nach Überflutungsflächen im Freiwiesle, zumal das Baugebiet am Hang zur Homburg liege. Thomas Nöken erläuterte, dass eine Überflutungs- oder Retentionsfläche im Baugebiet eingezeichnet sei. Die Maßnahmen seien auf Basis eines 50-jährigen Starkregenereignisses berechnet worden.

Bewerbungsfrist läuft bis 26. September

Bauinteressenten können sich dann bis 26. September über das Bauplatzportal „Baupilot“ um einen Bauplatz bewerben. Die Vergabe der Bauplätze erfolgt anhand eines Punktesystems nach den aktuell gültigen Vergabekriterien und -richtlinien der Stadt Radolfzell. „Die Vergabekriterien für Stahringen sind einheitlich mit denen des Stadtgebiets und aller Ortsteile. Der Ortschaftsrat hat keinerlei Einfluss auf die Vergabe der Plätze“, betont Jürgen Aichelmann im Ortschaftsrat.