In der rund 1000 Einwohner zählenden Radolfzeller Ortschaft Liggeringen bedurfte es zwei öffentlicher Aufrufe, eines Aushangs und vieler Gespräche, um eine genügend hohe Anzahl an Kandidaten für die Wahl zum Ortschaftsrat zu mobilisieren.

Acht Sitze hält der Rat für die Interessenvertretung seiner Einwohner bereit. Für die Wahl am 26. Mai wetteifern nun 13 Einwohner im Alter von 28 bis 65 Jahren um die Gunst der Liggeringer Bürger – unter ihnen sechs Frauen.

Für sechs Kandidaten ist es eine Premiere

Sechs Kandidaten treten zum ersten Mal für eine Wahl an. Noch am Tag der Aufstellung erklärten zwei Bürgerinnen im Sitzungsraum des Musikvereins ihre Kandidatur. Im Gegensatz zur letzten Wahl entschieden sich die Kandidaten für eine gemeinsame Liste. Das Votum für eine Liste hat die Konsequenz, dass der Rat in Liggeringen per Mehrheitswahl zustande kommt.

Die Liste in Liggeringen führt die Kandidaten nun in alphabetischer Reihenfolge auf

Mit einer gemeinsamen Liste und der daraus resultierenden Mehrheitswahl verzichten die Liggeringer auf die Möglichkeit des Kumulierens von Stimmen – das heißt auf die Anhäufung ihrer Wählerstimmen. Ebenso entfällt das Panaschieren, das Verteilen von Stimmen auf verschiedene Listen.

Einstimmig entschieden sich die Kandidaten für eine alphabetisch angeordnete Liste und für eine gemeinsame Broschüre für ihren Wahlkampf mit Schwerpunkten ihrer Kandidaturen.

Für einen familienfreundlichen Ort

Bei denjenigen, die zum ersten Mal kandidieren, kamen Motive wie die Verjüngung des Rates und der Wunsch, etwas im Gremium bewegen zu wollen zur Sprache. Weitere wollen ihr Mitbestimmungsrecht nutzen, aktiv die Gemeinde mitzugestalten, sich persönlich für ein gemeinsames Vorankommen einsetzen oder ein familienfreundliches Liggeringen schaffen.

Die bisherigen Räte begreifen sich als Sprachrohr der Liggeringer Bürger gegenüber der Radolfzeller Verwaltung und möchten die Eigenständigkeit der Ortschaft erhalten. Sie wollen die Identität der Natur bewahren, sich für eine behutsame Entwicklung einsetzen und für ein konsensorientiertes Zusammenarbeiten im Rat einsetzen.