Am Ortseingang von Nenzingen aus Richtung Stockach wächst ein Maisfeld der besonderen Art: Ein Maislabyrinth, das erst im Kopf von Andre Feucht und dann auf dem Acker entstanden ist. Nun ist es offiziell geöffnet und eignet sich besonders für kleine Besucher, denn noch ist der Mais überschaubar.

„Jetzt, mit dem noch niederen Mais, ist das Labyrinth vor allem für Kinder attraktiv. Es ist noch übersichtlicher und nicht so dunkel. Mit dem Mais wächst auch die Herausforderung.“ Eingang und Ziel sind deutlich markiert, doch es gibt auch manchen Irrweg. „Immer optimistisch bleiben“, rät Andre Feucht, falls man auf einen Irrweg gekommen ist und versichert: „Es gibt einen richtigen Weg.“

Ein Spielplatz für Emma (6) und Leni (3)

Wie aber kommt man überhaupt auf die Idee, ein Maislabyrinth anzulegen? Andre Feucht lächelt, bevor er antwortet. „Eigentlich waren meine zwei Nichten die Ideengeberinnen. Denn das Maislabyrinth war die Antwort auf die Frage, wie man in Corona-Zeiten die Langeweile vertreiben kann.“

Andre Feucht (Mitte) mit seinen Nichten Leni (links) und Emma: Für Kinder ist das Labyrinth schon jetzt ein Abenteuer.
Andre Feucht (Mitte) mit seinen Nichten Leni (links) und Emma: Für Kinder ist das Labyrinth schon jetzt ein Abenteuer. | Bild: Susanne Schön

So sind die sechsjährige Emma und die dreijährige Leni auch die zwei Menschen, die das Maislabyrinth am Besten kennen, vielleicht sogar jede der rund 150.000 Maispflanzen. Denn sie verbringen jede Menge Zeit darin und zeigen es auch begeistert ihren Freunden oder sonstigen Besuchern.

Jede Menge Arbeit für den Landwirt

Die Feuchts sind als Land- und Energiewirte bekannt. Und so lag es für Andre Feucht nahe, dass der besondere Sommerspaß irgendetwas mit den Fähigkeiten der Familie zu tun haben muss. „Ich habe erst einen Plan gemacht, dann gesät. Jetzt wächst der Mais und wir schneiden immer wieder die Wege frei, denn die Blätter strecken sich zum Licht, also in den Weg.“

Das hört sich einfach an, doch es steckt eine Menge Arbeit drin, bis aus einem Hektar Acker ein Maislabyrinth wird. Wie viel genau, kann Andre Feucht nicht sagen, zumal er fleißige Helfer hatte. „Mancher Landwirt hat sich sicher gefragt, was macht der Feucht da“, erinnert sich Andre Feucht an ungläubige Gesichter.

Im Labyrinth sind Fragen versteckt

Die Fläche an der Straße eignet sich gut für das Maislabyrinth. So haben das Schild und eine Ankündigung in den sozialen Medien gereicht, um seit dem vergangenen Wochenende täglich Besucher anzulocken. „Dass so vielen Menschen unser Maislabyrinth gefällt, freut uns“, sagt Andre Feucht.

Auch Andre Feucht und seinen Nichten bereitet das Maislabyrinth immer noch viel Freude. Langweilig wird es ihnen nie, obwohl sie schon oft darin gelaufen sind. Sie kümmern sich auch um weitere Pflegemaßnahmen.
Auch Andre Feucht und seinen Nichten bereitet das Maislabyrinth immer noch viel Freude. Langweilig wird es ihnen nie, obwohl sie schon oft darin gelaufen sind. Sie kümmern sich auch um weitere Pflegemaßnahmen. | Bild: Susanne Schön

Er erklärt, dass in dem Maislabyrinth auch Fragen versteckt sind, die die Landwirtschaft betreffen. Man werde sie immer wieder austauschen und eventuell auch die Wege verändern, so dass sich ein mehrfacher Besuch lohne. So gebe das Maislabyrinth einen hautnahen und ungewöhnlichen Einblick in die Landwirtschaft. Wer das Ziel erreicht hat, kann sich bald an einem Sonnenblumenstreifen eine Sonnenblume mitnehmen. Noch zeigen sich dort allerdings keine Blüten.

Bitte Pflanzen nicht beschädigen!

Andre Feucht bittet darum, die geltenden Corona-Vorschriften auch im Labyrinth einzuhalten. „Damit wir alle möglichst lange Freude an unserem Labyrinth haben, sollten die Maispflanzen nicht beschädigt werden“, ergänzt er. Auch sollte kein Müll oder Hundekot hinterlassen werden, denn nach der Ernte im Oktober soll der Mais an die Milchkühe verfüttert werden.

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