Jetzt ist es so gekommen, wie der Gemeinderat befürchtet hatte: Trotz zweifacher Ablehnung seitens des Gremiums darf ein Mehrfamilienhaus mit zwölf Wohnungen, ebenso vielen Garagen und zehn Stellplätzen auf dem freien Grundstück hinter der Bushaltestelle gegenüber dem Kindergarten Orsingen gebaut werden. Die Baurechtsbehörde hat entsprechend entschieden.

Der Gemeinderat war der Meinung, die geplante Bebauung füge sich in diesen Dimensionen nicht in die Umgebung ein. Die Baurechtsbehörde hat nun die Ablehnung des Gemeinderats als rechtswidrig eingestuft, das fehlende Einvernehmen gemäß der Landesbauordnung ersetzt und Bürgermeister Bernhard Volk darüber informiert. Er teilte dies in der jüngsten Ratssitzung mit. Ob das Gebäude tatsächlich nach der vorliegenden Planung entstehen wird, hängt davon ab, ob und wann rechtliche Mittel privater Anwohner genutzt werden. In beiden Sitzungen zeichnete sich Widerstand ab.

Die Baurechtsbehörde hat entschieden: Das vom Gemeinderat abgelehnte große Wohnhaus darf auf dem Grundstück hinter der Bushaltestelle in der Orsinger Ortsmitte gebaut werden.
Die Baurechtsbehörde hat entschieden: Das vom Gemeinderat abgelehnte große Wohnhaus darf auf dem Grundstück hinter der Bushaltestelle in der Orsinger Ortsmitte gebaut werden. | Bild: Claudia Ladwig

Wie die Diskussionen liefen

Volk hatte bereits im Juli angedeutet, dass die Behörde wohl so entscheiden werde, auch wenn der Rat dagegen sei. Die Pläne würden im Grunde die erlaubten Vorgaben erfüllen, auch wenn alles größer als bisherige Bauten in der Umgebung und im Ort sei, sagte er damals. Im Gemeinderat gab es eine große Diskussion um die Pläne. Einige Räte hatten Sorgen um das Ortsbild im Kern von Orsingen und die bauliche Entwicklung des Orts.

Sie machten in den Diskussionen ihrem Unmut darüber Luft, dass manche Absprachen schlecht gelaufen seien und beispielsweise keine Rücksicht auf die Nachbarn genommen werde. Es stand auch die Befürchtung im Raum, dass andere Bauvorhaben solcher Größe nicht verhindert werden könnten, wenn dieses durchkomme.

Ein Problem stellt laut Volk außerdem die Zufahrtssituation über die Bushaltestelle dar, da diese eigentlich barrierefrei umgebaut worden soll. Eine Verlegung der Haltestelle komme nicht in Frage, sagte er bereits im Juli.

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