Die Sonne scheint, die Temperaturen steigen nach einem regnerischen Mai weiter in die Höhe. Das schöne Wetter zieht die Menschen derzeit in die Freibäder, die unter Corona-Bedingungen wieder öffnen dürfen – auch ins Schwimmbad in Orsingen. Dessen Einlass ist aktuell aber eingeschränkt: Tageskarten und Zehnerkarten werden nicht verkauft und Saisonkarten erhalten nur Campingplatzgäste und Stammgäste.

Im sozialen Netzwerk Facebook äußerten einige Nutzer über diese Regelung Bedauern, zum Teil auch Ärger. Doch laut Jürgen Blum, Geschäftsführer des Camping- und Freizeitparks, zu dem das Schwimmbad gehört, ist durch Corona momentan leider kein Zugang für weitere Personen möglich. Grund seien die aktuellen Vorgaben des Landes, nach denen abhängig von der Größe des Bades nur eine bestimmt große Menge an Gästen zugelassen ist. „600 Personen dürfen wir nur aufs Freibadgelände lassen“, erklärt Jürgen Blum. Normalerweise könnten bis zu 2000 Besucher darauf Platz finden, bei gutem Wetter seien in Zeiten ohne Corona mindestens doppelt so viele Gäste anwesend wie aktuell zugelassen.

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Bad erhält keine finanzielle Unterstützung

Dass die Campingplatzgäste in Orsingen Zugang erhalten, liege schlichtweg daran, dass ihnen der angekündigte Schwimmbadzugang, der zum Angebot gehört, gewährleistet werden müsse. Es ist eine wirtschaftliche Entscheidung: „Das Hauptgeschäft ist einfach der Camping- und Ferienpark“, schildert Blum den Hintergrund der Entscheidung. Das Orsinger Schwimmbad sei in privaten Händen und erhalte keine finanzielle Unterstützung der Gemeinde.

Im Schwimmbad Orsingen weisen Schilder auf die geltenden Hygiene- und Abstandsregeln hin. Unter anderem gibt es festgelegte Schwimmrichtungen im Becken.
Im Schwimmbad Orsingen weisen Schilder auf die geltenden Hygiene- und Abstandsregeln hin. Unter anderem gibt es festgelegte Schwimmrichtungen im Becken. | Bild: Marinovic, Laura

Trotzdem sollen wenigstens auch die Stammgäste – also Gäste, die in den vergangenen Jahren immer eine Saisonkarte gekauft hätten – für dieses Jahr neue Karten erwerben können. „Das ist eine begrenzte Menge und die ist kalkulierbar“, erklärt Jürgen Blum. So könnten Wartezeiten, die ansonsten durch einen größeren Besucherstrom entstehen würden, verringert werden.

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Mit dieser Lösung, die es laut Blum aus den gleichen Gründen auch schon im vergangenen Jahr gegeben habe, habe man lange gekämpft. Aber: „Man muss es ja an irgendwas fest machen.“ Und für jemanden, der nicht Stammgast sei, sondern von weiter her nach Orsingen-Nenzingen fahre, sei es ja schließlich auch noch ärgerlicher, wenn er gegebenenfalls vor den Toren abgewiesen und auf eine spätere Zeit verwiesen werden müsse, weil das Bad bereits voll sei.

Weitere Öffnungen hängen von der Corona-Situation ab

Außerdem sei die Hoffnung auf Öffnungen auch für alle, die keine Stamm- und Campingplatzgäste sind, nicht gestorben: „Wenn weitere Lockerungen kommen, werden wir weitere Öffnungsschritte planen“, sagt Jürgen Blum. Allerdings lasse sich noch nicht voraussagen, wie sich die Corona-Situation entwickeln werde. Stattdessen müsse man eben abwarten. Sollten die Regeln gelockert werden, verspricht er aber: „Wir reagieren da auch schnell darauf, wir wollen ja alle zügig zur Normalität zurückkehren.“

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Grundsätzlich betont Jürgen Blum, man sei sehr froh, aktuell überhaupt öffnen zu dürfen. Das gelte auch für die Gäste, die bereits jetzt Zugang zum Schwimmbad Orsingen-Nenzingen haben, denn das Bad werde seit der Öffnung schon gut genutzt. Allerdings sind bestimmte Regeln zu beachten: Unter anderem ist nur eine bestimmte Anzahl von Personen in den Becken zugelassen, außerdem gelten Abstandsregeln im Wasser und auf dem Gelände. Aus- und Einstiege im Becken sind voneinander getrennt und eine festgelegte Schwimmrichtung ist einzuhalten. Schilder weisen im Bad darauf hin, was zu beachten ist. Bei der Kontrolle der Regeln sei das Freibadteam gefordert, so Jürgen Blum. Beim Einlass ins Bad würden außerdem die Nummern der Saisonkarten registriert, sodass im Notfall zurückverfolgt werden könne, wer sich wann im Schwimmbad aufgehalten habe.

In diesem Bereich werden die Campingplatz-Gäste morgens im Freien auf das Corona-Virus getestet.
In diesem Bereich werden die Campingplatz-Gäste morgens im Freien auf das Corona-Virus getestet. | Bild: Marinovic, Laura

Eigene Teststation für Campingplatzgäste

Negative Testergebnisse seien dagegen bei den Stammgästen nicht nötig, erklärt Blum. Und die Campingplatzgäste müssten sich ohnehin alle drei Tage testen lassen. Weil es in Orsingen-Nenzingen aber nur ein Testzentrum mit sehr beschränkten Öffnungszeiten gebe, habe das Team um Jürgen Blum auf dem Campingplatz im überdachten Außenbereich eines Gebäudes selbst eine Teststation eingerichtet. Morgens werden dort den Gästen der Anlage Tests angeboten. Das wirkt sich auch auf die Öffnungszeiten des Schwimmbads aus – normalerweise öffnet es um 10 Uhr, durch die Tests kann nun erst ab 11 Uhr gebadet werden. Das sei jedoch verkraftbar, so Jürgen Blum – die Frühschwimmer kämen nun einfach etwas später.