Schon vor zehn Jahren hat die Gemeinde Orsingen-Nenzingen eine gesplittete Abwassergebühr eingeführt und sich dafür ausgesprochen, den Bau von Sickeranlagen auf bereits bebauten Privatgrundstücken zu unterstützen. Man erwartete sich durch private Sickeranlagen eine Entlastung der kommunalen Abwasseranlagen. Der seit Beginn geltende Zuschuss von 500 beziehungsweise 300 Euro wird nach einstimmigem Beschluss des Gemeinderats ab 2021 auf 800 und 500 Euro erhöht.

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Aktuell beträgt die Zuschusshöhe 500 Euro, wenn durch den Bau einer solchen Anlage das Niederschlagswasser der gesamten Dachfläche des Bestandsgebäudes der Versickerung zugeführt wird oder 300 Euro, wenn nur ein Teil an die Sickeranlage angeschlossen wird. In der Vergangenheit seien solche Zuschüsse ausgezahlt worden, sagte Bürgermeister Bernhard Volk. Man könne mit diesen Beträgen geordnete Veränderungen vornehmen, ohne selbst viel draufzulegen. Da das Abwassersystem durch Nachverdichtung im Ort wie auch durch Starkregenereignisse künftig stärker ausgelastet sein werde, wolle die Gemeinde die Entlastung der vorhandenen Kanäle vorantreiben und mehr Hausbesitzern die Gelegenheit geben, von dieser Fördermöglichkeit Gebrauch zu machen.

Zustimmung der Gemeinderäte

Gemeinderat Stefan Stemmer (CDU) fand die Erhöhung der Zuschüsse gut. „Wir müssen zusehen, dass wir das Wasser in die Erde bringen.“ Er regte an, den Einwohnern diese Fördermöglichkeiten in regelmäßigen Abständen in Erinnerung zu rufen. Man könne einen Hinweis beispielsweise auf der Seite der Gemeinde im Internet einstellen.

Auch Ralph J. Schiel (FGL) begrüßte die Anhebung der Zuschüsse sehr. Für ihn wäre sogar eine vierstellige Förderung denkbar gewesen, da die Gemeinde einen großen Nutzen durch diese Sickeranlagen habe. Bernhard Volk sagte, es gehe nicht darum, den Garten neu anzulegen, sondern lediglich eine Ausmuldung im Gelände zu schaffen, in die das Wasser aus dem Regenrohr fließen könne. Dies sei mit einfachen Mitteln zu bewerkstelligen.