In der Pfarrkirche St. Ulrich ist es ganz still, bis Joachim Bold, Vorsitzender des MV Nenzingen, direkt nach dem 19-Uhr-Geläut das Wort ergreift. Nach zwei Jahren Abwesenheit seien die Musiker sehr glücklich, an diesem Abend ein Konzert spielen zu dürfen.

Es war in vielerlei Hinsicht ein besonderes Konzert, denn die Spenden des Abends gehen an die Familie des kleinen, sehr kranken Jungen Leonida. Wie viel Geld am Ende zusammengekommen ist, war kurz nach der Veranstaltung noch nicht klar, aber die Spendenbereitschaft sei sehr groß gewesen, berichtete Bold erfreut.

Zurücklehnen und genießen

Zu Beginn sagte er den knapp 200 Besuchern: „Jetzt ist die Kirchentür zu. Jetzt können Sie sich zurücklehnen, genießen und eine Zeit lang alle Sorgen vergessen.“ Um die Stimmung nicht zu stören, bat er darum, nach den einzelnen Stücken nicht zu klatschen.

Das Programm wurde voller Energie mit dem Lied „Fanfare And Flourishes“ eröffnet. Nach der verträumten Yorkshire Ballad ging es im dritten Stück Esprit wieder feurig zu, bevor der langsamste und wohl berühmteste Satz aus der Neunten Sinfonie von Antonin Dvorak erklang. Eindringliche Klänge erfüllten die Kirche bei Nessun Dorma (zu deutsch: keiner schlafe).

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Diese Arie aus der Oper Turandot von Giacomo Puccini ist wohl eine der bekanntesten und erfolgreichsten Opernarien aller Zeiten. Das Orchester spielte im Anschluss ein Medley aus der Rockoper Jesus Christ Superstar, die 1971 am Broadway uraufgeführt worden war.

82-Jähriger begeistert mit Solo

Die Gäste hörten andächtig zu und genossen die abwechslungsreiche Darbietung. Beeindruckend war das Solo des 82-jährigen Joe Stecker auf dem Sopran-Saxofon in der populären Ballade Hallelujah von Leonard Cohen.

Joe Stecker solierte bei der Ballade Hallelujah von Leonard Cohen auf dem Sopran-Saxofon.
Joe Stecker solierte bei der Ballade Hallelujah von Leonard Cohen auf dem Sopran-Saxofon. | Bild: Claudia Ladwig

Kaum war der letzte Ton von One Life verklungen, gab es langanhaltenden Applaus und stehende Ovationen. Die Musiker unter der Leitung von Christian Senger spielten zum Dank drei Zugaben. Anschließend ließen viele Gäste den Abend noch gemeinsam vor der Kirche bei Grillwürsten und Getränken ausklingen.