Es war ein doppelter Abschluss: Die Zahlen des Jahres 2019 waren in der Gemeinderatssitzung am Dienstag für Udo Widenhorn der letzte Jahresbericht als Kämmerer für Orsingen-Nenzingen. Nach der Vorstellung der Zahlen fand Widenhorns Verabschiedung durch Bürgermeister Bernhard Volk statt (siehe unten).

Die Zahlen zeigten, dass die Gemeinde sehr gut dasteht. „Wir haben den Haushalt in Summe besser abgewickelt als geplant“, sagte Volk. Damit liege Orsingen-Nenzingen auf der Linie der Vorjahre.

Vermögen steigt stark an

Von 14,8 Millionen Euro Gesamtvolumen seien im Haushalt 2019 schließlich 14,56 Millionen Euro umgesetzt worden, erklärte er in der Präsentation der Zahlen. Die Zuführung vom Verwaltungs- an den Vermögenshaushalt sei mit rund 1,47 Millionen Euro veranschlagt worden. 2018 sei es zwar mehr gewesen, aber 2019 sei trotzdem eines der guten Jahre. „Wir haben eine knappe Million mehr zugeführt als geplant war“, konnte Volk verkünden. Das entspreche dem 2,9-fachen des Planungsansatzes.

Statt einer Entnahme von 1,6 Millionen Euro konnten der allgemeinen Rücklage rund 690.000 Euro zugeführt werden. Die Rücklagen der Gemeinde liegen mit Stand Ende Dezember 2019 bei 6,1 Millionen Euro. In der Doppik, die nun ab 2020 gilt, gibt es die allgemeine Rücklage so nicht mehr. Dieser Posten nennt sich künftig „liquide Mittel“.

Zur Einkommenssteuer sagte der Bürgermeister, dass sich die Einnahmen durch diese in den vergangenen zehn Jahre nahezu verdoppelt hätten. 2019 waren sie mit rund 2,2 Millionen Euro so hoch wie noch nie. Aus Schlüsselzuweisungen des Landes Baden-Württemberg hat die Gemeinde rund 915.000 Euro erhalten.

Das könnte Sie auch interessieren

Kurze Zeit ohne Schulden

Orsingen-Nenzingen sei für wenige Monate schuldenfrei gewesen, erklärte Volk weiter. Dann sei ein Kredit über 188.000 Euro für förderfähige Maßnahmen gekommen. Die Pro-Kopf-Verschuldung liege mit 53,21 Euro weiterhin unter dem Durchschnitt, so Volk. Die Zahl ist allerdings etwas höher als im Vorjahr, in dem sie laut Jahresbericht bei rund 38 Euro lag.

Bei den Kinderbetreuungsgebühren habe die Gemeinde im vergangenen Jahr auf eine Erhöhung verzichtet. Sie liege damit hinter dem Ziel eines Deckungsgrads von 20 Prozent durch die Elternbeiträge zurück. Bei der Wasserversorgung gebe es eine Überdeckung, die den Bürgern zugute komme. Denn die Überschüsse könnten in der Kanalisation investiert werden.

Volk listete verschiedenen Maßnahmen und Anschaffungen auf, die unter anderem noch anstehen oder laufen. Beispiele dafür waren der laufende Umbau des Rathauses sowie ein neues Feuerwehrfahrzeug. Als Blick voraus ergänzte er, dass es beim Brennholz, dessen Einnahmen 2019 über dem Planungsansatz lagen, in diesem Jahr eine andere Erlössituation geben werde. Hintergrund ist, dass es überall in den Gemeinden viel unverkauftes Schadholz gibt.

Für große Ausgaben gewappnet

An diesem Ergebnis sehe man, wie gut es sei, einen Haushaltsplan aufzustellen, sagte Harry Metzger (FWV). Die Gemeinde habe sich über die Jahre finanziell stetig verbessert. „Wir können uns im Vergleich zu umliegenden Gemeinden sehen lassen“, so Metzger. Als rechnerische Spielerei zum Barvermögen der Gemeinde sagte er, dass auf jeden Einwohner 1690 Euro kämen.

Volk bestätigte das positive Wachstum bei den Finanzen: „Die Rücklagen sind tatsächlich stetig gewachsen im Bewusstsein, dass wir für größere Ausgaben gewappnet sind.“ Es sei eine Tugend der Kämmerer, Planansätze vorsichtig zu kalkulieren.

Christine Leithe (FWV) merkte in Hinsicht auf die Unterlagen an, dass es immer gut gewesen sei, die Zahlen direkt mit dem Vorjahr vergleichen zu können. Sie frage sich, wie das nächstes Jahr wegen Doppik und Corona-Krise sein werde. Volk sagte, dass das noch nicht abschätzbar sei.