Das Arbeiten für die Gemeindemitarbeiter ist im Rathaus Nenzingen momentan eher ungemütlich. Denn ihr Arbeitsplatz ist eine richtige Baustelle. Einige lange geplante Umbaumaßnahmen werden seit Ende Mai umgesetzt.

Bürgermeister Bernhard Volk übernimmt selbst die Hausführung und erklärt gemeinsam mit Nicole Sessler vom Architekturbüro Stemmer, was alles umgebaut wird.

Feuerwehr ist ganz nach Orsingen gezogen

Nach hinten raus befand sich früher die Freiwillige Feuerwehr Nenzingen mit ihren Fahrzeugen. Inzwischen gibt es eine gemeinsame Wehr von Orsingen-Nenzingen, die ihr Feuerwehrgerätehaus in Orsingen hat.

Die alte Fahrzeughalle wird in zwei Räume unterteilt, ein Tor ist bereits zugemauert und ein kleines Fenster entstanden. Das historische Spritzenfahrzeug wird bald hier unterkommen. Auch sämtliche alte Gerätschaften und Uniformen haben dann hier ihren Platz. Den kleinen Nebenraum werden die Kameraden der historischen Abteilung wohl als Aufenthaltsraum nutzen.

Bürgermeister Bernhard Volk besichtigt die Baustelle im Obergeschoss des Rathauses in Nenzingen. Für den Fahrstuhl wurde das nebenliegende Büro verkleinert.
Bürgermeister Bernhard Volk besichtigt die Baustelle im Obergeschoss des Rathauses in Nenzingen. Für den Fahrstuhl wurde das nebenliegende Büro verkleinert. | Bild: Claudia Ladwig

Beim Hochsteigen im Treppenhaus wird es laut. Handwerker führen viele Kernbohrungen durch. Diese seien notwendig, um die Installationen für die Lüftungs- und Klimaanlage zu machen, erklärt Volk. „Wenn wir Glück haben, werden sie heute damit fertig“, hofft er.

Ursprünglich sollte nur ein bestimmter Bereich mit einer Klimaanlage ausgestattet werden, nun wird eine zentrale Anlage eingebaut. „Jeder Raum bekommt ein eigenes Klimagerät, das einzeln steuerbar ist. Der große Kasten der zentralen Anlage wird hinter dem Rathaus neben dem Garagentor stehen und zur allgemeinen Sicherheit eingezäunt werden.“

Sitzungssaal wird meistens abends benutzt

Im Sitzungssaal wird dagegen eine reine Be- und Entlüftungsanlage eingebaut. Der Saal werde schließlich nicht so oft benutzt und wenn, dann in den ohnehin kühleren Abendstunden, sagt Bürgermeister Volk.

Im Obergeschoss ist ein Handwerker damit beschäftigt, Steinplatten zu verlegen. Das Büro von Angelina Wind gegenüber dem Sitzungssaal wurde verkleinert, um in dem Bereich den Fahrstuhl unterzubringen.

Barrierefreiheit ist oberstes Ziel

Der Grundriss des Rathauses hatte die Anordnung des Fahrstuhls vorgegeben. Zur Notwendigkeit des Aufzugs sagt Bernhard Volk: „Barrierefreiheit ist das erklärte Ziel für öffentliche Gebäude.“ Außerdem fänden ja nicht nur Sitzungen statt, sondern auch Trauungen.

Auch zu Angelina Wind kämen immer wieder Leute, wenn es um Fragen in Zusammenhang mit Kindergarten oder Schule gehe. „Und auch zu Gemeinderatssitzungen kommen Besucher.

Bürgermeister Bernhard Volk besichtigt die Baustelle im Obergeschoss des Rathauses in Nenzingen. Für den Fahrstuhl wurde das nebenliegende Büro verkleinert.
Bürgermeister Bernhard Volk besichtigt die Baustelle im Obergeschoss des Rathauses in Nenzingen. Für den Fahrstuhl wurde das nebenliegende Büro verkleinert. | Bild: Claudia Ladwig

Wenn sie körperliche Beeinträchtigungen haben, war der Zugang bisher eine unbefriedigende Situation“, führt Volk aus. Weil der Aufzug außen am Haus angesetzt wird, werden die Mitarbeitenden kaum Betriebsgeräusche wahrnehmen, erklärt Nicole Sessler.

Um zum Fahrstuhl, der vom Keller bis ins Obergeschoss fahren wird, zu gelangen, muss man ins Rathaus hineinkommen. Künftig werden elektrisch betriebene Türen auch Personen mit Gehhilfen oder Rollstuhl den Zugang erleichtern.

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Wenn alles glatt läuft, sollen die Arbeiten bis Ende September oder Anfang Oktober abgeschlossen sein. „Wir hoffen, wenn es kalt wird, dass wir nicht die Umwelt heizen, sondern die Räume im Rathaus“, sagt der Bürgermeister schmunzelnd.

 

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