Es gibt nur wenige Paare, die ihre Eiserne Hochzeit feiern können. Meta und Josef Schenk gelingt es: Sie sind seit 65 Jahren verheiratet. Beide waren gerade 21 Jahre alt, als sie sich das Ja-Wort gaben.

Josef Schenk stammt aus Ostpreußen. „In meinem neunten Lebensjahr waren wir auf der Flucht, erst mit Pferd und Wagen, dann per Schiff nach Dänemark. Weil die Dänen keine Flüchtlinge mehr aufgenommen haben, fuhren wir im Zug nach Schleswig-Holstein“ erzählt er.

Umzug vom Norden in den Süden

Dort habe die Familie, zu der acht Kinder gehörten, auf einem Gutshof im Kreis Oldenburg gelebt. „Drei von uns brauchten dann eine Lehrstelle, aber dort gab es nichts. Mein Vater hat deshalb einen Umsiedelungsantrag gestellt. So kamen wir 1950 nach Orsingen.“

Josef Schenk absolvierte eine Maurerlehre, ging ein Jahr nach Karlsruhe und lernte bei seiner Schwester eine ihrer Freundinnen kennen und lieben, seine spätere Frau.

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„Dabei bin ich während meiner Lehre täglich an ihrem Haus vorbeigefahren“, schmunzelt er. Denn sie stammt aus Nenzingen, ging nach acht Volksschuljahren zur Hauswirtschaftsschule in Stockach und arbeitete später in der Stumpenfabrik Eigeltingen und bei Schiesser.

Enkel sorgen für Leben im Haus

Die beiden bekamen Sohn Detlef und Tochter Melita und wohnten einige Jahre beim Sägewerk Muffler, bevor Josef Schenk das heutige Haus baute. „Ich hatte drei Wochen Urlaub, danach hatte ich den Rohbau fertig. Und alle acht Jahre habe ich ein Stück dazu gebaut, bis es die jetzige Größe hatte“, erinnert sich Josef Schenk.

Seine Frau kümmerte sich um die Familie, zu der heute vier Enkel und vier Urenkel gehören. „Die Enkel sind bei der Oma aufgewachsen, da war immer Leben im Haus“, sagt Tochter Melita Knoop.

Aktiv bis ins Alter

Bis vor einigen Jahren waren die Senioren aktiv: Sie pflegten den Garten, pflanzten Kartoffeln für die ganze Familie an, er machte Holz und reparierte alles. Und bis vor Kurzem fuhr Meta Schenk unfallfrei Auto. Aus Vernunft habe sie den Führerschein abgegeben. „Jetzt, wo unsere Kinder in Rente sind, können die uns überall hinfahren“, erklärt Josef Schenk lachend.