22 nominierte, sieben Preisträger und einer davon aus dem Raum Stockach: Das Orsinger Biowein-Unternehmen Peter Riegel Weinimport GmbH hat einen Umweltpreis des Landes Baden-Württemberg erhalten. Der erste Preis in der Kategorie „Handel und Dienstleistung“ ging an die Firma, die es seit 35 Jahren gibt. Umweltministerin Thekla Walker sagte laut einer Pressemitteilung des Ministeriums bei der Verleihung: „Die ausgezeichneten Unter­nehmen gehen mit großem Engagement weit über die ver­pflichtenden Vorgaben hinaus und beweisen, dass Umwelt­schutz wirtschaftlich ist.“

Preis würdigt besonderes Engagement

Sie überreichte im Neuen Schloss in Stuttgart den sieben Unternehmen aus Baden-Württemberg die Auszeichnungen „Umweltpreis für Unternehmen 2022“. Geschäftsführer Felix Riegel und Logistikleiter Dieter Hallerbach nahmen die Auszeichnungen von der Ministerin entgegen. Das Unternehmen schreibt in einer Mitteilung, es sei für herausragende Leistungen im betrieblichen Umweltschutz sowie für eine vorbildliche umweltorientierte Unternehmensführung ausgezeichnet worden.

Der Umweltpreis wird laut Ministerium alle zwei Jahre an Unternehmen verliehen, die ihren Betrieb besonders ökologisch und klimaschonend ausgerichtet haben. „Bereits seit dem Jahr 1993 vergeben wir diesen Preis an Unternehmen, die sich mit besonders großem Engagement für den betrieblichen Umweltschutz und ein nachhaltiges Wirtschaften einsetzen“, würdigte Umwelt­ministerin Thekla Walker in ihrer Laudatio die nominierten Unternehmen.

Weit über gesetzliche Vorgaben hinaus

Neben den klassischen Anforderungen an den Gewässer- und Luftschutz gehören auch der sparsame Umgang mit Ressourcen und Fragen der Energie­effizienz zu den Themen, die für die ausgewählten Unternehmen nicht nur in Krisenzeiten ganz oben auf der Prioritätenliste stehen. „Alle Unternehmen, die es heute in die Finalrunde geschafft haben, gehen oft mit hohem persönlichen Einsatz der Unternehmensführung und der Mitarbeitenden weit über die gesetz­lichen Vorgaben hinaus. Sie beweisen tagtäglich, dass sich eine umweltorien­tierte Unternehmensführung auch wirtschaftlich lohnt“, betonte die Umwelt­ministerin.

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Sie seien wichtige Vorbilder, die Klimaschutz, Energiewende und Ressourceneffizienz mit viel Tatkraft und Innovationsgeist in ihren Betrieben lebten.

Was das Unternehmen zur Auszeichnung sagt

Die Firma Riegel sieht den Umweltpreis des Landes als Auszeichnung für ihr kontinuierliches und konsequentes Engagement. „Nicht erst seit Rohstoffknappheit und sichtbaren Klimaveränderungen ziehen sich Themen wie Ressourcenschonung oder Umweltschutz wie ein roter Faden durch das Unternehmen“, so die Mitteilung.

Felix Riegel (Mitte) spricht bei der Preisverleihung.
Felix Riegel (Mitte) spricht bei der Preisverleihung. | Bild: Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg

Seit der Unternehmensgründung vor über 35 Jahren durch Biopionier und Vordenker Peter Riegel werde mit jeder neu gewonnenen Erkenntnis an Stellschrauben gedreht und das Unternehmen oder Teilbereiche davon immer wieder neu justiert: „Überzeugt von und überzeugend in ihrem Tun ziehen Geschäftsleitung und Mitarbeiter dabei Kunden und Lieferanten mit.“

Zertifizierungen und CO2-Einsparungen

Ein kleines Portrait zu den Preisträgern fasst jeweils deren Verdienste und Philosophie zusammen. Als größter deutscher Bioweinimporteur importiere und handele Peter Riegel ausschließlich mit biologisch angebauten Qualitätsweinen aus aller Welt.

Das Unternehmen sei mit dem Siegel „Fair for life“ zertifiziert, das Mindestpreise für Produzenten garantiere. Außerdem besitze der Weinimport eine Zertifizierung nach dem „We Care“-Standard, das die Bereiche Unternehmensführung, Lieferketten- und Umweltmanagement ganzheitlich abdecke. Seit über 30 Jahren setzt das Unternehmen bei seinen Ein-Liter-Flaschen auf Mehrwegflaschen. Bei einer Rücklaufquote von 74 Prozent spare das 34 Prozent der Kohlenstoffdioxid-Emissionen ein.

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Eigene Tankstelle und Energiegewinnung

Weinimport Riegel beziehe zu 100 Prozent Biogas aus Lebensmittelresten. Fahrzeuge werden mit Diesel aus pflanzlichen Rest- und Abfallstoffen betankt. Dazu gibt es auf dem Gelände eine eigene Tankstelle für hydrierte Pflanzenöle (HVO-Tankstelle), über die der SÜDKURIER bereits berichtet hat.

Zudem besitze das Unternehmen drei Photovoltaik-Anlagen mit einer installierten Leistung von bis zu 596 Kilowatt. Über 65 Prozent der dort gewonnenen Energie würden ins Netz eingespeist. Das Unternehmen sei Mitglied beim Klimabündnis Baden-Württemberg. Laut eigenen Angaben werden im Vergleich zu anderen Wettbewerbern 20 Prozent weniger Kohlenstoffdioxid-Emissionen verursacht.

Glückwünsche von Dorothea Wehinger

Die Grünen-Landtagsabgeordnete Dorothea Wehinger gratuliert der Firma Riegel in einer Pressemitteilung. „Betrieblicher Umweltschutz, Ressourcenschonung und Energieeffizienz sind in diesen Zeiten wichtiger denn je“, teilt sie mit. „Hier sind Engagement, Kreativität und Umsetzungswillen gefragt. Wenn Unternehmen wie Riegel Bioweine es vormachen, dass ökologisches und ökonomisches Handeln keinen Widerspruch darstellen, ziehen womöglich andere Betriebe beim Thema umweltbewusstes Wirtschaften nach.“

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