Die Gemeinde Orsingen-Nenzingen wird immer beliebter. Da inzwischen die Nachfrage nach Bauplätzen das Angebot übersteigt, habe man die Vergabekriterien anpassen müssen. Darüber informiert Bürgermeister Bernhard Volk während der jüngsten Gemeinderatssitzung.

Die alten Kriterien sind sechs Jahre alt und nicht mehr aktuell

Weil die im Jahr 2014 beschlossenen Kriterien für die Vergabe von gemeindeeigenen Grundstücke nicht mehr den neuesten Leitlinien entsprachen, habe eine Arbeitsgruppe eine neue Version der Kriterien für die Bauplatzvergabe erarbeitet.

Man habe sich intensiv mit dem Thema beschäftigt und versucht, die Empfehlungen des Gemeindetages weitestgehend für die eigenen Vergabekriterien zugrunde zu legen. Der Gemeinderat stimmte der Neufassung nach kurzer Aussprache einstimmig zu.

Der Flächenverbrauch muss kontrolliert werden

Bürgermeister Volk sagte, in der Vergangenheit habe es mehr Bauplätze als Nachfragen gegeben, diese Situation habe sich in den vergangenen Jahren gedreht. Auch sei es politisch gewollt, den Flächenverbrauch im Allgemeinen zu reduzieren.

Die neuen Kriterien würden erstmals bei der Vergabe von Bauplätzen im Baugebiet „Eizen II“ angewendet. Dafür werde ein Fragenkatalog an alle interessierten Personen geschickt, um später anhand der Informationen die Vergaben zu beschließen.

Kinder, Ortsbezug, soziales Engagement sind wichtig

Die Vergabekriterien würden sich in drei Abschnitte gliedern. Bei den sozialen Kriterien ginge es um Familienstand, Alter der im Haushalt lebenden Kinder und mögliche Behinderung oder Pflegegrad.

Die Kriterien zum Ortsbezug sollten abfragen, seit wann jemand in der Gemeinde lebe oder arbeite und ob eine ehrenamtliche Tätigkeit ausgeübt werde. Für jede Antwort würden Punkte berechnet.

Am Ende werde festgelegt, dass bei gleicher Punktzahl derjenige Bewerber den Vorzug erhalte, der im Losverfahren zum Zuge komme.

Gemeinderäte sind zufrieden

Aus den Reihen der Gemeinderäte kam viel Lob für die Neuerung. Antonie Schäuble (FWV) dankte der Arbeitsgruppe, die viele Stunden getagt habe, um ein möglichst gerechtes System zu finden. „Wir wissen alle, dass es Verlierer gibt, weil es nicht genügend Bauplätze sind. Wir hoffen aber, dass dieser Einsatz als gerecht empfunden wird.“

Auch Nikolaus Langner (CDU) lobte die Arbeit der Arbeitsgruppe. Sie habe mit den Kriterien die größtmögliche Gerechtigkeit für alle gefunden.

Neue Kriterien sind transparent

Ralph J. Schiel (FGL) gefiel, dass neben den sozialen Kriterien auch Wert auf das Engagement zum Gemeinwohl in der Gemeinde gewürdigt wird. „Das finde ich sehr lobenswert, ich hoffe, das setzt ein Signal“, sagte er.

Früher habe die Richtlinie nur Bauplätze für Einheimische zugelassen, erinnerte Harry Metzger (FWV). Es sei an der Zeit gewesen, dass das zum Abschluss gebracht wurde, damit die Leute, die bauen wollten, wüssten, ob sie einen Bauplatz bekommen oder nicht.

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Bernhard Volk sagte, die Vergabekriterien sollten grundsätzlich längerfristig gelten. „Wenn weitere Baugebiete wie ‚Weiher II‘ kommen, dann sind sie auch dort anzuwenden“, machte er klar. Aus dem Publikum fragte Gabriele Martin, ob man eine bestimmte Punktzahl erreichen müsse und was ein Bauplatz koste.

Die Bauplatzvergabe erfolge nach Höhe der Punktzahl, der Bewerber mit den meisten Punkten bekomme den ersten Zuschlag und der Quadratmeterpreis für Wohnbauplatz liege momentan bei 150 Euro, so Volk. Die allerletzte Entscheidung sei da noch nicht getroffen. Diese hänge auch mit den Erschließungskosten zusammen.

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Ein Besucher der Gemeinderatssitzung wollte wissen, ob alle Bauplätze vergeben würden, auch wenn jemand nur wenige Punkte erreiche. Ja, erwiderte Bürgermeister Bernhard Volk, grundsätzlich sei vorgesehen, die Interessen zu bedienen. Man müsse aber künftig eventuell auch über Teilvergaben nachdenken.

Grundstücke können auch zurückgehalten werden

Im „Eizen II“ werde die Gemeinde einen Bauplatz zurückhalten, der für ein Mehrfamilienhaus gedacht war, um gegebenenfalls andere Nachfragen bedienen zu können. Dort könnte auch eine Doppelhausnutzung möglich sein. Abschließend betonte der Bürgermeister, auch auswärtige Bewerber hätten Chancen, die die entsprechenden Voraussetzungen gegeben seien.