Herr Veit, wie sehr drängt es Ihre Mitglieder und vor allem die Jugend auf den Rasen?

Nach dem Abbruch der Runde in der Vorsaison und der jetzigen Unterbrechung der laufenden Runde, wollen natürlich alle Fußballer wieder ihrem Hobby nachgehen. Im Jugendbereich dürfen wir mit 20 Kindern unter 14 Jahren wieder starten. Wir arbeiten gerade an einem Konzept, wie das auf unserem Gelände entsprechend der Corona-Bedingungen umgesetzt werden könnte. Dies stellt sich in der Praxis etwas schwieriger dar als Politik und Verbände das meinen. Wir hoffen alle, dass wir bald wieder im üblichen Umfang unser Sportgelände und Vereinsheim nutzen können – sich einfach mal wieder mit unseren Mitgliedern, Freunden und Spielern zu treffen, ist mindestens so wichtig wie der Sport an sich.

Wie sieht es mit der Umstellung auf Kunstrasen aus?

Leider haben hier die Pandemie und die Bürgermeisterwahl eine Verzögerung nach sich gezogen. Seit über einem Jahr läuft die Planung. Wir haben schon sehr viel Arbeit, Zeit aber auch Geld in die Umsetzung investiert. Herr Volk hat uns bereits Beginn 2020 zu einem Beratungstermin beim Badischen Sportbund begleitet, um Möglichkeiten, Alternativen und Zuschüsse zu besprechen. Im Oktober hatten wir im Sportpark einen Ortstermin mit dem Gemeinderat, um vor Ort unsere Vorstellung und Gründe darzulegen. Hier wurde uns Verständnis für unsere Situation und Unterstützung zugesagt. Leider ist seither nichts mehr passiert und wir hängen ziemlich in der Luft, da wir nicht wissen, wie es jetzt weiter geht und die Platzsituation sich weiter zuspitzt. Wir werden aber nach den Wahlen und einer angemessenen Einarbeitungszeit des neuen Bürgermeisters oder der Bürgermeisterin die Gespräche fortsetzen.

Frank Veit, Vorsitzender
Frank Veit, Vorsitzender | Bild: Frank Veit

Welche Folgen hat der Ausfall von Training und Wettkampf?

Da wir alle nicht wissen, ob diese Runde nochmal gestartet wird, hängt natürlich alles vom Verlauf der Pandemie ab. Allein Training ist für den Fußballsport nicht ausreichend, es gehört der Wettkampf einfach dazu. Auch die soziale Komponente wie Umgang und Austausch mit Gleichaltrigen leidet gerade im Jugendbereich sehr.

Das könnte Sie auch interessieren

Normalerweise ist Ihr Clubheim gut besucht. Macht sich der Ausfall finanziell bemerkbar?

Da wir unser Vereinsheim selbst bewirten, fehlen uns natürlich hier die Einnahmen. Da wir unsere Anlagen selbst unterhalten, wird es auf Dauer schwierig, alles zu finanzieren. Auch wir können Unterstützungen beantragen. Die aber wie bei vielen Firmen nicht so fließen, wie man das erwarten könnte. Auf Dauer sind wir wieder auf Spiele angewiesen. Deshalb kommen bei uns Spiele ohne Zuschauer wie im Profibereich auch nicht in Frage. Zusätzlich hatten wir leider in der Dauerfrostperiode einen großen Wasserschaden im Vereinsheim sowie dem Kabinentrakt, was uns im Moment sehr viel Arbeit macht und einen Schaden in fünfstelliger Höhe verursachte.

Wie schwer ist es, ohne Spielbetrieb die Sponsoren und Mitglieder zu halten?

Bisher sind uns alle Spieler, Mitglieder und Sponsoren treu geblieben, worüber wir uns sehr freuen und wir sehr dankbar sind. Ich habe die Sorge, dass gerade im Jugendbereich Kinder aufhören und sich anderen Dingen wie Fußball widmen – das wäre unglaublich schade und würde dem Amateurfußball sicher auch auf Dauer schaden. Unser Verein lebt gänzlich von einer guten Jugendarbeit, es ist für uns von enormer Bedeutung, immer wieder neue Generationen von Jugendspielern zu den aktiven Mannschaften zu führen. Aus sportlicher Sicht waren gute Jugendarbeit und eine gute Infrastruktur schon immer unsere wichtigsten Pfeiler für die Zukunft.

Das könnte Sie auch interessieren

Welche Möglichkeiten sehen Sie zur Fortsetzung der Meisterschaften?

Wir hatten die Hoffnung, dass zumindest die Vorrunde beendet werden könnte, nur dann kann eine sportliche Wertung erfolgen. Solange aber die Infektionszahlen weiter steigen halte ich eine Vorsetzung der Saison beziehungsweise Abschluss der Vorrunde für sehr unrealistisch. Es hängt meiner Meinung nach daran, wie schnell Personen geimpft werden können, um wieder zu einem normalen Leben zurückzukehren.