Die Narren aus Nenzingen sind immer ganz vorneweg bei der Fasnacht. Viele Ortsansässige engagieren sich in der Narrenvereinigung, und auch die Präsidentin des Fasnachtsmuseums kommt aus Nenzingen. Sie halten die Fasnacht hoch und lebendig. Das konnte man zum Beispiel bei der großen Narrenversammlung in diesem Jahr wieder erleben. Der traditionelle Fackelumzug führte die Narren mit der Fasnachtsmusik voran durch den Ort zur Turnhalle.

Dort änderte sich der Ablauf leicht. Denn es gab eine Brauchtumsaufführung. Gezeigt wurde, wie die Nenzinger zu ihrem Namen Moofanger gekommen sind. Der Präsident Alois Seliger verlas die Geschichte, und die Narren aller Gruppierungen führten die Story vom vergeblichen Versuch, den Mond zu fangen, auf. Die Lacher hatte der Präsident auf seiner Seite, als er gekonnt seine eigene Lichtquelle, eine Taschenlampe, anschaltete, um den Text lesen zu können. Dass auch die Mitglieder des eigenen Vereins diese Aufführung genossen, zeigte sich unter anderem in der gebannten Stille, in der diese verfolgt wurde.

Parcours mit Schwimmflossen

Mittelpunkt des Abends blieben aber die Neuaufnahmen und Ehrungen. Neuaufnahmen gab es dieses Mal nur bei den Jockel und Blätz, dafür gleich vier. Die vier jungen Frauen durften mit Schwimmflossen einen Parcours um die schönsten Männer des Vereins bewältigen. Danach genoss es der Präsident sichtlich, sie durch den traditionellen Eid zu leiten. Eine Verabschiedung gab es zudem bei den Jockel und Blätz. Als stellvertretender Oberjockel wurde Julia Kratzer auch aus dem Narrenrat verabschiedet. Sie zeichnete sich vor allem durch ihr Engagement für die Jugend aus.

Geehrt wurde sowohl vom Verein (durch Präsident Alois Seliger) als auch durch die Narrenvereinigung Hegau-Bodensee (durch den Landvogt der Landschaft Nellenburg, Christian Herz, siehe Infokasten). Hannelore Kerber wurde vom Präsidenten zum Ehrenmitglied der Moofanger ernannt. Sie ist ein gutes Beispiel dafür, wie sehr sich die Mitglieder über viele Jahre in ihrem Verein engagieren. Aktuell ist sie in der Gruppierung der Mondlerinnen aktiv. Der neue Ordensmeister Marco Riegger hielt mit Landvogt Christian Herz eine Telefonkonferenz ab, da dieser zuvor noch in Wahlwies einen Termin hatte.

Landvogt Christian Herz (links) und Ordensmeister Marco Riegger sangen während der Ehrung durch die Narrenvereinigung das Nenzinger Narrenlied. .Bild: Susanne Schön
Landvogt Christian Herz (links) und Ordensmeister Marco Riegger sangen während der Ehrung durch die Narrenvereinigung das Nenzinger Narrenlied. | Bild: Susanne Schön

Nummer ohne Namen

Wie immer hatte der Landvogt sofort alle Herzen auf seiner Seite, als er die Ehrungen durchführte. Die Zeit, bis die zu Ehrenden auf der Bühne versammelt waren, überbrückte er gekonnt, indem er mit dem Ordensmeister jeweils eine Strophe des Lieds "vom guten Mond" sang. Und zu jedem der Geehrten hatte er eine persönliche Geschichte parat.

Alois Seliger, Christian Herz und Marco Riegger (vorne von links) konnten verdiente Nenzinger Narren bei der großen Narrenversammlung ehren. Hier im Bild sind die von der Narrenvereinigung Hegau-Bodensee geehrten. .Bild: Susanne Schön
Alois Seliger, Christian Herz und Marco Riegger (vorne von links) konnten verdiente Nenzinger Narren bei der großen Narrenversammlung ehren. Hier im Bild sind die von der Narrenvereinigung Hegau-Bodensee geehrten. | Bild: Susanne Schön

Mit Timo Riegger, dem Bruder des Ordensmeisters und Narrenpolizisten, verband ihn beispielsweise eine Geschichte über die moderne Telekommunikation. Er hatte eine Nummer ohne Namen, die Hoffnung, es gebe ein Profilbild, wurde zunichte gemacht, und auch der erste Chat war eher wenig hilfreich. Nur konkretes Fragen nach dem Namen führte zur Auflösung. Mit Geschichten wie dieser wurde der Ehrungsmarathon zu einer kurzweiligen Angelegenheit.

 

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