Die Stadtwerke Stockach und die Firma Solarcomplex aus Singen beabsichtigen auf einer Gesamtgrundstücksfläche von knapp 3,2 Hektar eine rund 0,5 Hektar große Photovoltaik-Freiflächenanlage zu errichten. Das vorgesehene Grundstück wird derzeit als Acker genutzt. Es liegt auf der Innenfläche der Auffahrt Stockach-West der Autobahn A 98 auf dem Gebiet der Gemeinde Orsingen-Nenzingen und ist komplett von Straßen umgeben.

Westlich und südlich grenzen geschützte Feldhecken an. Bürgermeister Bernhard Volk führte weiter aus, das Gelände steige nach Westen zur Autobahn hin an. Die drei Strommasten von Netze BW und Transnet BW würden nicht beeinträchtigt. Mit der geplanten Anlage solle Strom aus Sonnenenergie gewonnen werden, der in das öffentliche Stromnetz eingespeist und nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz vergütet werden solle. Um einen solchen Solarpark im Außenbereich erstellen zu dürfen und die Einspeisevergütung zu erhalten, sei ein rechtskräftiger Bebauungsbeschluss notwendig.

Die Gemeinde beabsichtige daher, im Rahmen eines vorhabenbezogenen Bebauungsplanverfahrens ein sonstiges Sondergebiet mit dem Zweck „Photovoltaik“ auszuweisen. Die Bevölkerung solle im Rahmen einer Informationsveranstaltung Ziele und Zwecke der Planung erfahren und Gelegenheit haben, Fragen zu stellen. Die betroffenen Behörden und Träger öffentlicher Belange würden frühzeitig über die Planung unterrichtet, so Volk.

Nikolaus Langner merkte an, solange mehr Strom produziert werde, als verbraucht oder gespeichert werden könne, mache diese Anlage keinen Sinn. Aus heutiger Sicht sei es Nonsens, diese Investition bei einer geplanten Amortisation von zwölf Jahren zu tätigen. Es gebe immer mehr Photovoltaik und Windkraft, das werde zu einem ökologischen Stromkollaps führen. Diesen Weg werde er nicht unterstützen.

Jörg Dürr-Pucher von Solarcomplex sagte, in Baden-Württemberg werde nie so viel Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt, wie hier verbraucht werde. „Wir werden hier immer Importgebiet sein.“ Im Süden werde jede produzierte Kilowattstunde verarbeitet. „Wir produzieren heute in einer PV-Freilandanlage den Strom günstiger als in einem gleichzeitig gebauten Kohle- oder Erdgaskraftwerk“, so der Experte. Die Basis der Energieversorgung der Welt werde erneuerbar sein, es sei wichtig, die Weichen jetzt richtigzustellen, bekräftigte er.

Stefan Stemmer stimmte zu, ihm gefiel jedoch nicht, dass recht schönes Ackerland genutzt werden solle. Der Bürgermeister erklärte, Autobahnabstände müssten eingehalten werden, diese Fläche könne durchaus landwirtschaftlich genutzt werden. Das lobte Sabine Hins. Auch Harry Metzger fand die Idee gut. Christine Leithe sagte, die Idee wäre aus ihrer Sicht richtig gut, wenn es in der Gemeinde ein autarkes Stromnetz gebe. Dies sei technisch noch nicht möglich, so Volk. Peter Wolf fasste die aktuellen Möglichkeiten der Energiebereitstellung zusammen und betonte, die geplante Anlage sei ein wichtiger Beitrag für die Zukunft. Mit zehn Ja-Stimmen bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung gab der Gemeinderat grünes Licht für die Aufstellung eines Bebauungsplans und die weiteren Schritte.