Das Projekt „Großflächige Photovoltaik-Anlage Stockach-West“ nimmt immer deutlicher Gestalt an. Eine frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung hat stattgefunden, Behörden und sonstige Träger öffentlicher Belange haben ihre Stellungnahmen an die Gemeinde abgegeben. In einem Abwägungsprozess hat die Verwaltung in Orsingen-Nenzingen die Anregungen berücksichtigt.

Laut dem Amt für Landwirtschaft bestehen aufgrund des gewählten Standorts in unmittelbarer Nähe zur Autobahn und des geringen Umfangs aus agrarstruktureller Sicht keine Bedenken. Das Amt für Naturschutz stellt fest, dass Schutzgebiete von der Planung nicht betroffen seien. Bestehende Feldhecken blieben erhalten. „Die PV-Panele werden auf Metallpfosten montiert, die nur in den Boden gerammt werden und keine Betonfundamente haben.“ Der Eingriff sei somit reversibel.

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Eine Kompensation der Eingriffe sei durch die Umwandlung der Ackerfläche unter der PV-Anlage in Grünland, die vorgesehenen Heckenpflanzungen und die landwirtschaftliche Nutzung der Restfläche rechnerisch nicht erforderlich. Gemäß Blendgutachten sind abschirmende Wände im Osten und Süden der PV-Anlage zu installieren.

Die Kommentare einiger Gemeinderäte in Orsingen-Nenzingen fielen unterschiedlich aus. Nikolaus Langner (CDU) bemängelte fehlende Speichermöglichkeiten. So lange man den Solarstrom nicht sinnvoll speichern könne und es dadurch zu einer Überproduktion komme, sei er dagegen. Harry Metzger (FWV) betonte, man könne nicht mehr zurück, doch sei er mit der Anordnung der Anlage nicht ganz glücklich: „Der Acker wird total verhunzt.“

Bürgermeister Bernhard Volk entgegnete, die Freifläche und bebaute Fläche hätten sich im Vergleich zu den ersten Überlegungen nicht verändert. Die Freifläche könne weiter landwirtschaftlich genutzt werden. Ralph J. Schiel (FGL) wünschte sich mehr solcher Zukunftsenergie-Vorhaben. Bei einer Gegenstimme und zwei Enthaltungen stimmte das Gremium dem Abwägungsprozess zu.